Biographie

von Manfred Hausmann



Manfred Hausmann

Manfred Hausmann
 
Er wurde am 16. September 1898 in Kassel geboren und verstarb am 6. August 1986 in Bremen.
Er besuchte in Göttingen das Gymnasium, nahm am Ersten Weltkrieg teil, promovierte danach zum Dr.phil. und war in jungen Jahren als Dramaturg, Kaufmann und Journalist tätig. Er verfaßte Gedichte, Erzählungen, Essays, Dramen, theologische Schriften und eine literarische Neu-Bearbeitung des Hohenlieds Salomons (Das Lied der Lieder), außerdem übertrug er frühgriechische, chinesische und japanische Gedichte in die deutsche Sprache.
 
 



Abschied vom Traum der Jugend

 


Zum Tode des Schriftstellers Manfred Hausmann in Bremen

"… Hausmann, der am 10. September 1898 in Kassel geboren wurde, war 1928 mit seinem im Bremer Verlag Carl Schünemann erschienenen Roman »Lampioon küßt Mädchen und kleine Birken« bekannt geworden. In schneller Folge kamen dann »Salut gen Himmel« (1929) und nach einer Reise durch die USA »Kleine Liebe zu Amerika« heraus. Großen Erfolg brachte der Roman »Abel mit der Mundharmonika« (1932), der auch verfilmt wurde.
Hausmann gelang es, in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren ein Gefühl zu gestalten, das seinen ganz besonderen Ausdruck in den "aus grauer Städte Mauern" herausstrebenden Wandervögeln fand. Doch vermochte der Dichter, der längere Zeit auch selber ein unruhiges "Landstreicher-Leben" führte, diesem Lebensgefühl eine ganz eigene Ausprägung und einen eigenen literarischen Stil zu geben.
Als der S. Fischer Verlag den jungen Schriftsteller nach dem Erfolg von "Lampioon" einen Vertrag anbot, begann dieser – nach eigenen Worten – alles aufzuschreiben, "was mir in dieseer Welt bemerkenswert zu sein schien, ihre Weite und Enge, ihre Wildheit und Anmut, der traumhafte Zauber fremder Länder und immer wieder die grausame, gleichmütige, grenzenlose Herrlichkeit der See".
In der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre begann dann aber die Abkehr von der Vagabunden-Romantik und der »Abschied von der Jugend«, wie der Titel seines Buches von 1937 (Abschied vom Traum der Jugend) heute heißt. Diese einschneidende Wandlung im Schaffen Hausmanns, der zuvor zwischen Unglauben und pantheistischer Frömmigkeit zu schwanken schien, wurde von der Beschäftigung mit der christlichen Existenzphilosophie des Dänen Sören Kierkegaard und der dialektischen Philosophie des Schweizer Theologen Karl Barth herbeigeführt.
Literarisch zeigte sie sich etwa darin, daß Hausmann nun den besonnenen Familienvater höher schätzte als den abenteuerlichen Naturburschen. Eine Ehekrise ist übrigens auch das Thema des Romans »Liebende leben von der Vergebung« aus dem Jahre 1953. Der Autor zeigt darin die in jeder noch so gutwilligen Ehe lauernde Zerstörung, die nur durch ein geläutertes Bewußtsein gemeistert werden kann.
Mit der 1936 veröffentlichen dramatischen Ballade »Lilofee« begann die Reihe der Theaterstücke, darunter die Komödie »Hafenbar«. Sein christliches Engagement wird unter anderem in einer Reihe veröffentlicher Predigten deutlich, die Hausmann als Laienprediger in der Rönnebecker Gemeinde hielt.
… Sein letztes Werk – eine Übersetzung von dänischen Eskimo-Liedern ins Deutsche »Da wußte ich, da es Frühling war« – wurde 1984 veröffentlicht. Bis kurz vor seinem Tode arbeitete Hausmann nach Angaben des Verlages S. Fischer in Frankfurt am Main an einer zwanzigbändigen Gesamtausgabe. Von dieser Ausgabe sind bislang 16 Bände erschienen. -> Gesammelte Werke
Hausmann erhielt für sein Schaffen zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1955 den Literaturpreis der Stadt Soest, 1958 den Kogge-Ring (Dichterpreis der Stadt Minden), 1959 das Große Bundesverdienstkreuz, 1963 die Bremer Medaille für Kunst und Wissenschaft und 1970 den Konrad-Adenauer-Preis der Deutschland-Stiftung. Letzteren nahm Hausmann "erst nach einigem Bedenken" an.
Er verstarb am 6 . August 1986 im Alter von 87 Jahren, an den Folgen eines drei Wochen zuvor erlittenen Herzinfakts, im einem Bremer Krankenhaus.

aus einem Artikel der Lippischen Landes-Zeitung vom 7. August 1986


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