Was nach Sünde riecht


. . . und den Spießbürger schreckt.

 
Weltenbummler
 
So schenkt uns denn ein
die Kannen voll Wein!
Wer fragt schon, was morgen wird sein.
//: Und wenn diese Nacht
versungen, verlacht,
vertändelt, verbracht,
ist sie zerstoben mit Macht. ://
 
Schnell, holde Chantei,
ruf' Schwestern herbei!
Wir tanzen dann durch die Abtei.
//: Und wenn diese Nacht
versungen, verlacht,
vertändelt, verbracht,
ist sie zerstoben mit Macht. ://
 
 
mayer (Jürgen Sesselmann)
 


Beginn des Liedes "Weltenbummler" aus Tavernengesänge, 3. Dezember 2016


—> Zweiter Teil


17. April 2017


Huzar Wielkiej Armii, 1896-1917

(c) Wojciech Kossak, Polen

"... faß fest dein Roß am Zügel, der Morgen ist erwacht! Stumm hinter jenem Hügel entgleitet schon die Nacht ..." Viele Jahre ist es her, daß ich mich mit den Gedichten von Klabund beschäftigt habe. Dieses textlich sehr untypische Soldatengedicht hat mir dieses Mal am Besten gefallen. Und die dazu kreierte Melodie ist, was dann auch keine Überraschung ist, deshalb keine im Marschrhythmus. Ich habe sie im Gegenteil sehr melodiös angelegt. Sie erlaubt einem, diese auch im 3/4 Takte zu präsentieren. Ihre ganz besondere Stärke liegt aber in der möglichen Überstimme, die man in vielen Schleifen gestalten kann. Also keine Angst vor dem etwas Unüblichen, melodisch enthält sie dazu viele Überraschung bereit. "... noch glühen allenthalben die Rosen rot und tief! Noch flattern hoch die Schwalben, da kein Gewitter rief ..."

Dieses schöne Ölgemälde "Husar der Großen Armee" stammt von dem polnischen Maler Wojciech Kossak (1857-1942).


Im Morgenrot - Faß fest dein Roß am Zügel / Satz



16. April 2017


Krakauer Hochzeit, 2013

(c) Piotr Olech, Polen

"... drum bin ich wie der Wind, der droben zieht, bin wie die Welle, die der Hand entflieht ..." Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder einem Gedicht von Börries, Freiherrn von Münchhausen zugewandt. Es ist eines von insgesamt vier Zigeunergedichten aus seiner Feder. Diesmal habe ich ganz bewußt bei der Melodie auf jegliche Ähnlichkeiten mit Zigan-Weisen, die man bei diesem Thema schon erwarten könnte, verzichtet. Im Inhalt erzählen die Verse auch mehr vom Ursprung der Ruhelosigkeit jener Volksgruppe, also ähnlich wie bei uns, dem Ziehen auf endloser Straße. "... die Straße drängt und sehnt sich fort von hier, nur fort, nur fort, nur fort, das gilt auch mir ..."

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Zigeunerlied - Es hat der Sturm geheult die ganze Nacht / Satz



10. April 2017


Traurig, 2010

(c) Piotr Olech, Polen

"... ich bin ein fahrend' Sänger, ein Wandervögelein, auf meiner ganzen Erde muß ich besitzlos sein ..." Die Verse aus »Das Ende vom Lied« sind ein weiteres Beispiel ihrer geliebten Wald-Gedichte. Der Wald, das Lieblingsthema der Dichterin Carmen Sylva, der Wald in dem sie so viel Zeit in ihrer Jugend verbracht hatte. Denn er zog sich nahtlos bis an das Schloß ihrer Eltern heran. Keine Bälle favorisierte sie, nein, ein Gewitter im Walde war mehr nach ihrerm Geschmack. Meine Melodie dazu entstandt während eines Treffens des Überbündischen Singekreises in Frankfurt. Nur, da dachte ich nicht an jenes Gedicht, sondern eher an ein Wanderlied aus eigener Feder. Um so überraschter stellte ich dann zu Hause fest, daß diese Bolero-Melodie exakt auf die Verse von Carmen Sylva paßte. Es ist schon wahrlich erstaunlich, welche Zufälle einem das Leben so spinnt. "... so lang' noch Lieder leben, wie Ozeangetön, wie Waldesblätterrauschen, so lang' ist's Leben schön ..."

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Das Ende vom Lied - So wißt, ich soll Nichts haben / Satz



4. April 2017


Grenzenvoll, 2014

(c) Ulrike Miesen-Schürmann

Diesmal habe ich eine gute Interpretation zu » Roter Wein im Becher « auf der Videoplattform YouTube gefunden, die ich Euch auch nicht vorenthalten möchte. Diese Melodie-Variation stammt aus dem Umfeld des LARP ( Live Action Role Playing ), dort werden die Rollen in Person und Kostüm gespielt. Und was sind Rollenspiele ohne Tavernen und ihre Lieder um das Zechen. Gesungen wird es von Lea Fuchs und die Instrumente spielt Karsten Spiller. Die ersten Lieder aus ihrer Feder sind bereits entstanden und können auf deren Website angehört werden. Vielleicht ist da auch etwas für unsere Gruppen dabei.

Gesangsinterpretation zu Roter Wein im Becher von Lautenfuchs

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>>> Biographie : Ulrike Miesen-Schürmann


Roter Wein im Becher , der beste Rebensaft / Gesang

Gesangsinterpretation vom Duo Lautenfuchs, 2017 auf YouTube


27. Januar 2017


Winter, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... quälen uns die Regenstraßen, ist der Poncho naß und kalt. Um uns treiben klamm die Wrasen auf den Feldern, durch den Wald ..." Derzeit drehen sich viele meiner Gedanken häufig um die Fahrten auf der endlosen Straße. Da ist es auch nicht verwunderlich, daß sich das in neuen Liedern niederschlägt. Diesmal handelt der Text von den Straßen zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten und Witterungslagen. Als Freund des harschen Winters mußte natürlich auch dieses neue Lied mit Schnee und Eis beginnen. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz ziehen wir unvermindert weiter, um erst des Abends ein Nachtlager aufzuschlagen. Und natürlich ruft uns die Straße am nächsten Tag erneut und so ziehen wir dem fernen Ziele unvermindert weiter entgegen. Natürlich nur bis zum Biwak am nächsten Abend. Und so vergehen die Tage, bis man dann irgendwann sein Ziel endlich erreicht haben wird. "... klotzen wir auf Sonnenstraßen ohne Schatten vor dem Glast. All' die Meilen, die wir fraßen, zwingen durstig oft zur Rast ..."

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Bis zum Biwakieren - Folgen wir den Winterstraßen / Satz



31. Dezember 2016


Winter im Walde 1, 2012

(c) Piotr Olech, Polen

Und wieder schickt uns ein Neues Jahr bereits seine ersten Vorboten. Solch ein Moment ist immer wieder ein Anlaß zurückzublicken. Auf die gegangene Wegstrecke einen prüfenden Blick zu werfen und sich zu fragen, ob denn alles so verlaufen ist, wie es von einem erwartet und erwünscht worden war. Waren die vergangene Entscheidungen immer so glücklich, wie man diese für sich erhofft hatte? — Was uns morgen hinter der nächsten Bergkuppe erwarten wird, ist zwar jetzt noch nicht zu erkennen, doch man trägt bereits eine bestimmte Erwartung dazu mit sich. Alle unsere Hoffnungen werden zwar sicherlich nicht erfüllt werden können, doch zumindestens ins soweit, daß man seinem eingeschlagenen Weg voller Hoffnung weiter folgen kann. Mehr mag man sich eigentlich auch nicht wünschen müssen. Und die vielen Überraschungen, denen man dann noch begegenen wird, schöne wie auch traurige, sollte man hinnehmen und dabei nie vergessen: wie auf Fahrt wenn mal alles so richtig schief läuft — jetzt kann es nur noch besser werden, wir stehen bereits im tiefen Tal.


Durch das wüste Eiswindtreiben
unerschrocken treckt die Schar.
And're dann im Warmen bleiben,
doch wir zieh'n ins Neue Jahr.


Ich wünsche allen Weggefährten und Gleichgesinnten einen glücklichen ersten Schritt in ein weiteres Jahr voller erlebnisreicher Abenteuer.


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Hatschi-Tippel - Auch wenn Winterwinde pfeifen / WS 17



30. Dezember 2016


Seit meinen letzten Werkstattaufnahmen sind fast 20 Monate verstrichen. Viel zu viel Zeit, wie ich denke und dementsprechend hatten sich etliche neue Lieder angesammelt, die auf eine neue Werkstatt-CD aufgenommen werden mußten. So war diesmal der Aufnahmetag auch für mich recht anstrengend, besonders da viele der Lieder mir nicht mehr so geläufig waren. Doch zum Erlernen eines Liedes werden die Hörproben bestimmt genügen. Vermittelt doch erst das gesungene Beispiel den rechten Eindruck zu einem Liede. Somit viel Freude beim Auswählen aus dem bunten Strauß von 19 neuen Liedern.


—> Archiv der Werkstattaufnahmen

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Lied der Weltenfahrer - Trecken wieder auf den langen / WS 17



22. Dezember 2016


Winter auf dem Lande 1, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... treiben dahin wie die Blätter im Wind, fragen uns nie, warum wir denn so sind ..." Ich hatte während des Schreibes an einem neuen Liedtext, die Idee alles von einen bestimmten Hatschi-Tippel handeln zu lassen, der zum Jahreswechsel von 1979 stattfand. Es war ein ganz besonders beeindruckender Hatschi-Tippel gewesen. Wir zogen durch das norddeutsches Heideland, während um uns das Land ringsum in Schnee und Kälte erstarrt da lag. Das normale Leben war vollständig zum Erliegen gekommen, Fahrzeuge waren nur sehr wenige zu sehen. Es war erst mein zweiter Tippel, den ich als Nerother mit lief, doch war dieser ein ganz Besonderer. Während das normale Leben dort durch den extremen Winter zum erliegen gekommen war, zogen wir durch tiefen Schnee gegen den eisigen Wind auf leeren Straßen, die vom Eise glänzten, dahin. Temperaturen um -20 Grad Celsius waren des Tags die Regel und der extreme Wind drückte diese um Etliches weiter hinab, sodaß -30 Grad Celsius nicht selten waren. Wer nicht acht gab, holte sich leicht eine Erfrierung. "... durch das wüste Eiswindtreiben unerschrocken treckt die Schar. And're dann im Warmen bleiben, doch wir zieh'n ins Neue Jahr ..."

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Hatschi-Tippel - Auch wenn Winterwinde pfeifen / WS 17



12. Dezember 2016


Rückkehr vom Markt, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... unser Schicksal heißt: Die Straßen. Als wir zogen, wir besaßen alles Glück für Nord wie Süd ..." Schon seit einiger Zeit wollte ich nach längerer Pause wieder einmal ein Lied über die Straßen auf Fahrt schreiben. Bis dato waren mir aber nur Fetzen eines Liedtextes dazu gelungen. Doch diesmal war es anders, die Worte flossen, als führten sie ein Eigenleben. Schnell hatte ich damit das Format des Liedes und wußte wie die einzelnen Strophen aufgebaut sein mußten. Ebenso leicht entwickelte sich die Melodie zu den Worten. Die einzige Schwierigkeit bildete der Refrain, mir wollte einfach keine besseren Worthülsen einfallen, als das bekannte "Fallala". Also soll es eben so sein. "... putzen d'rum die Weltenscheibe. Noch gibt's für uns keine Bleibe, erst im Tod in Nord wie Süd ..."

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In Nord wie Süd - Putzen wir die Weltenscheibe / WS 17



4. Dezember 2016


Singende Bauern, um 1618-1638

(c) Adriaen Brouwer, Flamen (1605-1638)

"... ins Nirgenwo lädt die Bambus Bar spät, bis morgens der Hahn hat gekräht ..." Wieder einmal habe ich in meinen Fundus der Werkstattaufnahmen von 1977 gegriffen. Diesmal lag mir als Melodie-Notiz nur eine Weise ohne Worte vor. Schon länger hatte ich damit liebäugelt, doch es braucht auch eine gute Idee zum Text. Jetzt scheint mir das endlich gelungen zu sein. Es wird auf humorvolle Weise das Zusammensein eines Fahrtenkreises über das gesamte Leben hin erzählt. In ein paar Facetten beschreiben die Strophen ein paar mögliche Momente von den Erlebnissen als Fahrt- und Sangesgesellen. Alles aber mir einem zwinkerdem Auge betrachtet. "... zum Himmelstor wann? Dort saufen wir dann mit Petrus, bis der nicht mehr kann ..."

Dieses schöne Ölgemälde der Singenden Bauern stammt von dem flämischen Maler Adriaen Brouwer (1605-1638).


Weltenbummler - So schenkt uns denn ein / WS 17



29. November 2016


Unterwegs zum Jahrmarkt, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... wenn Fortuna mich mal sitzen läßt, einen and'ren sich erwählt, greif' die Nächste ich mir auf dem Fest ..." Selterner sind die Fälle, bei denen der Text fehlt und eine Melodie bereits vorliegt. So geschehen bei diesem Liede. Mir war diese in einer Singerunde in den Sinn gekommen. Doch um was sich das Lied dann später drehen könnte, war mir da noch völlig schleierhaft. Dann muß man halt auf den rechten Moment für einen guten Einfall warten. Es könnte sich um ein Minnelied handeln, so wie die Melodie gestaltet war. Da fiel mir ein Gedicht von Joseph von Eichendorff »Der Glücksritter« ein, der dieses Thema auf interessante Weise darstellte. Siehe da, genau so etwas hatte ich als Idee für den Liedtext gesucht. Nachdem ich den Blickwinkel im Text noch etwas verändert hatte, konnte ich das Lied "Fortunas Tanz" befriedigt vollenden. Fortuna kann hier der Platzhalter für irgend ein Mädchen sein, oder auch die tatsächliche Glücksgöttin. Das bleibt dann wohl dem Auge des Betrachters vorbehalten. Für mich handelt es eindeutig von der Göttin Fortuna, hängt unsereins doch stark von den Eingaben seiner Muse ab. "... singe recht und trinke gut, sonne mich in Glückes Glanz. Hab' ein Herz voll Übermut, führ' Fortuna heut' zum Tanz ..."

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Fortunas Tanz - Wenn Fortuna mich mal sitzen läßt / WS 17



—> Zweiter Teil

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