Was nach Sünde riecht


. . . und den Spießbürger schreckt.

 
 
Wanderburschen, Musikanten
 
Über alle Breit' und Längen
sieht man sie am Biere hängen.
Saufen mächtig, singen Lieder.
So sind diese Tippelbrüder.
//: Quidam ludunt,
quidam bibunt,
quidam indiscrete vivunt. ://
 
Andern Orts sieht man sie schlemmen,
und erneut die Humpen stemmen.
Maid im Arm, die Hand am Mieder,
und schon geht es auf und nieder.
//: Quidam ludunt,
quidam bibunt,
quidam indiscrete vivunt. ://
 
 
mayer (Jürgen Sesselmann)
 


Beginn des Liedes "Wanderburschen, Musikanten" aus Tavernengesänge, 10. Juni 2017


—> Zweiter Teil


19. Juni 2017


Pause, 2008

(c) Piotr Olech, Polen

"... an den steilen Steigen trotzen, hell die Sonne blinkt durchs Laub. In die Täler abwärts klotzen, hinter uns weht hoch der Staub ..." Kaum ist das letzte Fahrtenlied vollendet, springt schon ein weiteres gleicher Art aus der Kiste. So schlicht das Letzte war, so besonders ist nun dieses. Es stellt in 1-zeiligen Naturbeschreibungen Momente einer Wanderfahrt nach. Also all das, was wir unterwegs so erleben oder beobachten könnten. Alles in einer recht bildhaften Sprache gehalten und mit einer deutlich besseren Melodie. Eine Liedstrophe ist geteilt in die eigentliche Strophe und den Refrain. Beide Teile haben eine deutlich unterscheidbare Melodieführung. Als Textbeispiel stehen fett oben eine Liedstrophe und unten der wiederkehrende Refrain. Die Gitarrenbegleitung bedarf nur bekannter Akkorde, doch deren Wechsel bieten einige ungewohnte Abläufe. Auch im Tempo ist dieses Lied eigentlich zweigeteilt. Der vordere Part ist zügig angelegt, so wie beim strammen Marschieren und der Refrain kann recht getragen gesungen werden, als wenn man gerade ins Schwärmen käme. "... oh, wundervolle Fahrtenzeit, wie wohl bist uns gesonnen. Das Land trägt stolz sein grünes Kleid, ein Wandern voller Wonnen ..."

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Wundervolle Fahrtenzeit - Wieder auf den Straßen traben / Satz



18. Juni 2017


Früher Morgen, 2009

(c) Piotr Olech, Polen

"... durchs Gebirge, über Felder, folgen keinem steten Plan. Mal die Auen, dann die Wälder, immer sind wir auf der Bahn ..." Manchmal können viele Feiertag auch ein Fluch für einen kreativen Menschen sein. Kaum hat er ein neues Lied fertiggestellt, drängt in ihm schon ein weiteres auf seine Umsetzung. In solchen Momenten entstehen dann auch ganz schlichte Lieder, so wie jenes über das Fernweh. Es sind eigentlich keine tiefschürfenden Gedanken darin zu entdecken, es ist nur ein ganz einfaches Fahrtenlied. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Erzählt es doch nur, was jedem von uns eigentlich schon bekannt ist. Und sollte es eines Tages einfach verschwinden, würde dies wohl keinem auffallen. Das ist das Los der einfachen Lieder. "... alles in uns drängt zur Ferne, lockend jedes neue Ziel. Folgen jenem Rufe gerne, jede Mühsal zählt nicht viel ..."

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Fernweh - Durch die Länder woll'n wir treiben / Satz



15. Juni 2017


Sommer in Kamien, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... Wolken durch den Himmel flieh'n, immer voller Hast. Ruhlos müßt ihr weiter zieh'n, ihr kennt keine Rast ..." Wieder einmal habe ich in meinen Fundus der Werkstattaufnahmen von 1977 gegriffen. Diesmal lag mir als Melodie-Notiz nur eine Weise ohne Worte vor. Schon länger hatte ich damit liebäugelt, doch es braucht auch eine paßende Idee zum Textinhalt. Jetzt scheint mir das endlich gelungen zu sein. Es beschreibt uns Fahrtengesellen wenn wir den Straßen, den Wolken und dem Wind ungefragt folgen. Ganz egal wohin es auch immer gehen mag. Es ist eine einfache Melodie aus meiner Anfangszeit des Liederschreibens. Ich habe versucht einen ebenso schlichten Text dazu zu finden. Ich denke, daß mir das geglückt ist, mit einem Thema, das ich in jener Zeit häufig bedient hatte. "... unser Herz nach eurem Sinn, denn wir halten Schritt. Fragen nicht, wo wollt ihr hin? Ziehen einfach mit ..."

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Weltentanz - Immer habt ihr keine Ruh' / Satz



14. Juni 2017


Wiese, 2017

(c) Piotr Olech, Polen

"... die Berg’ im Mondesschimmer wie in Gedanken stehn, und durch verworrne Trümmer die Quellen klagend gehn ..." Wer von Euch kennt sie nicht, die stillen und doch so bewegenden Waldnächte. Nicht immer klingen die Klampfen, es wird gefeiert und es werden Lieder gesungen. Da sind auch diese ruhigen Momente, in denen man in sich gekehrt nur dem Herzschlag des Waldes lauscht. Und des Nachts schlägt es am lautesten, damit wir lauten Gesellen es auch wirklich hören können. Und von solch einer stillen und bewegenden Waldnacht erzählt dieses Gedicht von Joseph, Freiherrn von Eichendorff, das ich jetzt vertont habe. Es ist eine ruhige und getragene Melodie im 3/4 Takt mit zwei überraschenden Wechseln zwischen e-Moll und E-Dur. Und gerade diese einfachen Schritte sind so in einem Lied, soweit ich diese kenne natürlich, noch nicht vollzogen worden. Und gerade dieses Stilmittel macht die Weise sehr anziehend und ist dabei sehr leicht zu singen und zu begleiten. Es ist ein Lied für die ruhigen Momente eines Abends. "... schon rührt sich's in den Bäumen, die Lerche weckt sie bald. So will ich treu verträumen die Nacht im stillen Wald ..."

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Die Nacht - Wie schön, hier zu verträumen / Satz



11. Juni 2017


Auf der Wiese 2, 2009

(c) Piotr Olech, Polen

"... der Wind hat mir ein Kind gemacht im Steinklee hinterm Zaun. Erst hat die Mutter wild gelacht, dann hat sie mich verhaun ..." Dieses freche Gedicht stammt aus der Feder von Manfred Hausmann, ein Gedicht, das ich schon seit längerem zu vertonen gedachte. Aber bis jetzt war nie der rechte Zeitpunkt dafür gewesen. Doch jetzt bekam ich die Melodie regelrecht in die Hand gelegt. Nur einmal las ich die Verse und da war sie, diese verträumte Weise. Natürlich ist das eher ein Lied für eine Mädchengruppe, doch muß es wohl eher ein frechere sein. Natürlich können auch die Jungs es singen, denn es entbehrt ja nicht einer guten Portion Humor. Die Melodie hat etwas von einem Ohrwurm, denn ich bekomme sie momentan nicht aus meinem Kopf. Mal sehen ob das auch in einigen Wochen noch der Fall ist. "... ein Wehn zog übers Kornfeld hin. Der weiche dunkle Laut des Regens flüsterte darin und kühlte unsre Haut ..."

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Im Steinklee - Der Wind hat mir ein Kind gemacht / Satz



10. Juni 2017


Blick auf die Basilika in Bardo, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... andern Orts sieht man sie schlemmen, und erneut die Humpen stemmen. Maid im Arm, die Hand am Mieder, und schon geht es auf und nieder ..." Diesmal ein Tavernenlied der etwas derberen Art. Sein Inhalt muß schließlich zum lateinischen Refrain passen. Eine Übersetzung findet sich bei der Partitur und dem Liedtext. Es handelt von jenen, die viel über die Straßen zogen. Die Wanderburschen für die Burschenschaflter, die Musikanten für die Fahrenden dieser Zunft, die Fahrtgesellen für alle die auf die Walz zogen und natürlich noch die Vaganten jener Tage. Allen gemein war neben dem Reisen auf den Straßen, das Tanzen, Trinken und Singen in den Tavernen der Dörfer und Städte. Und nur über diesen Ort will das Lied erzählen. Es ist wie ein Zug durch die Kneipen vergangener Tage. Und Hauptthema ist dabei natürlich das hemmungslose Trinken und am Rande noch ein paar andere Zügellosigkeiten. "... heute saufen, Lieder singen, morgen sich auf Straßen schwingen. Quidam ludunt, quidam bibunt, quidam indiscrete vivunt ..."

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Wanderburschen, Musikanten - Über alle Breit' und Längen/ Satz



5. Juni 2017


Am Strand von Mechelinki, 2010

(c) Piotr Olech, Polen

"... und wenn wir kehren einst wieder, blüht schon der Flieder, über dem weißen Strand ..." Vor etlichen Monaten ging mir eine kurze Musikphrase nicht mehr aus dem Kopf, also setzte ich mich hin und es entstand daraus eine komplette Melodie, ohne zu wissen, zu welchem Thema sie denn gedacht sein könnte. Seit diesen Tagen nun versuchte ich mit wechseldem Erfolg einen entsprechenden Text dafür zu finden. Alle Ideen, die ich dazu probiert hatte, blieben letztlich fruchtlos. So erwartete ich auch dieses lange Wochende nicht, einen wirklichen Durchbruch zu erreichen, doch weit gefehlt! Plötzlich nahmen die Verse eine ansprechende Form zu einem Seemannsthema an, daß ich schon vorher vergeblich versucht hatte. Doch nun ist das Lied endlich fertig. Man könnte es sehr leicht als Tango singen, doch ziehe ich, im Gegensatz zu seinem Liedtitel, den klassischen 4/4 Takt vor. Warum? Um kein Tempo in der Melodie zu verlieren, denn das braucht diese Weise ganz besonders. "... so warte auf mich im Hafen, wo wir uns trafen, Mädchen von Helgoland ..."

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Teerjacken-Tango - Oh, schönes Mädchen vom Hafen / Satz



14. Mai 2017


Leben in der Provinz, 2016

(c) Piotr Olech, Polen

"... ein Weinkrug für die Zecher am Tisch ruft uns zur Schlacht. Stoßt an die vollen Becher, heut' wird sie lang, die Nacht ..." Bei diesem Tavernenlied entstandt die Melodie zuerst und der Text folgte hinterdrein. Wer bei ihm gewisse Ähnlichkeiten feststellt, liegt damit genau richtig. Denn "Roter Wein im Becher" stand Pate für die Verse. Ich habe dies ganz bewußt gewählt, ohne aber in eine reine Kopie zu verfallen. Die Melodie zeigte mir einfach den Weg dazu. Ich übernahm die Idee, die hinter den Versen von "Roter Wein im Becher" stecken. Alles beginnt in einer Taverne, dann ziehen die Gesellen durch die Welt und am Ende treffen sie sich wieder. Und wo? Natürlich wieder in einer Taverne. Daß es wieder 6 Strophen wurden, war wirklich reiner Zufall. – Der Refrain des Liedes bietet eine tolle Möglichkeit für eine gut klingende Überstimme. "... sind Brüder uns im Geiste, sind standfest über's Jahr, denn Kameradschaft schweißte zusammen uns als Schar ..."

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Fahrtenbrüder - Ein Weinkrug für die Zecher / Satz



13. Mai 2017


Flußlandschaft, 2010

(c) Piotr Olech, Polen

"... Schwarzamsel im Holunderstrauch, mit deinen süßen Tönen; dir, liebes Vöglein, dank' ich auch ..." Diese schönen Verse von Dahn über die Vergänglichkeit des Sommers, ist bei Felix wirklich ein Glücksfall. Denn fast ausschließlich ist sein Thema die Menschengeschichte und nur recht selten eine Beschreibungen über die Vielfalt der Natur. Nichts gegen historische Themen in einem Gedicht, doch wenn es dann 20 Stropnen oder mehr umfaßt, ist das wahrlich keine Vorlage mehr für ein Lied. Leider mochte es der Dichter anscheinend so am Liebsten, denn seine Verse hatten fast immer eine solche Länge. Er mochte sich nicht kürzer fassen, obwohl das auch zu seinen Fähigkeiten gehörte. Wie ja den meisten mit seinem "Gotenzug", der vielerorten gesungen wird, wohl bekannt sein dürfte. – So freut' Euch über dieses eine feine Gedicht, denn bei anderen seiner Zunft kam gerade der Sommer immer zu kurz. Er war wohl kein gutes Thema wie Frühling und Herbst. "... nie ist der Tod, der Winter weit, mir ist, ich hör' ihn schweben; Herz, grüße jeden Freudenstrahl, als wär dies nun das letzte Mal ..."

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Sommerglanz - Du wunderschöner Sommerglanz / Satz



9. Mai 2017


Katja, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... kleine Mädchen müssen früh ins Bett, doch die Großen feiern bis zum Morgen. Ob sie blond sind, oder auch brünett ..." Dieser Liedtext hat nun garnichts mit dem Alter der Mädchen zu tuen. Sondern es ist meine Umschreibung von zwei typischen Menschentypen. Die einen immer auf Vorsicht und Umsicht bedacht, wären hier wohl die Kleinen Mädchen. Im Gegensatz dazu, die draufgängerischen, immer sorglos in den Tag lebenden, wären im meinem Liede dann die Großen Mädchen. Das ist auch jener Menschentypus, der in unseren Kreise häufiger vertreten ist. Wie erklären sich sonst die vielen Fahrten ins Irgendwo, ohne zu wissen, was da einen wohl erwarten würde. Deshalb also ein Hoch auf all' die Großen Mädchen. "... Freunde, darum laßt die Kleinen stehn, wollt' ihr in der Nacht auch was erleben. Pferde stehlen und durch Kneipen zieh'n ..."

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Mädchen - Kleine Mädchen müssen früh ins Bett / Satz



1. Mai 2017


Der Frühling kommt, 2017

(c) Piotr Olech, Polen

"... laue Luft kommt blau geflossen, Frühling, Frühling soll es sein! Waldwärts Hörnerklang geschossen, mut'ger Augen lichter Schein ..." Es ist kaum zu glauben, wenn man diese Verse von Eichendorff liest, daß sie bereits über 200 Jahre alt sind. So treffend sie damals waren, so treffend sind sie auch noch heute. Die Natur ändert sich nicht so schnell. Ich hatte dieses Gedicht letztes Jahr von einem guten Freund als Frühlingsgruß zugesandt bekommen. Und jetzt kann ich diesen Gruß als Lied zurückgeben. Bis dahin lag es in der Schachtel mit den vielen anderen Versen, die man auch mal vertonen könnte. Gestern war nun der Tag für dieses, denn meine Stimmung verlangte nach etwas Melodiösem. Die klassischen Moll-Lieder der Gruppen waren gestern nicht das rechte Maß zu meinem inneren Klang. Und immer wenn ich auf diese Stimme in mir höre, komme ich dabei zu guten Ergebnissen. Hoffentlich spiegelt die Melodie die Gefühle wider, die man auf Fahrt so erlebt. "... tausend Stimmen lockend schlagen, hoch Aurora flammend weht. Fahre zu! Ich mag nicht fragen, wo die Fahrt zu Ende geht ..."

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Frische Fahrt - Laue Luft kommt blau geflossen / Satz



30. April 2017


Sommer in der Provinz, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... frisch trabt das Roß vor'm Wagen, rastlos, will keine Ruh', wir folgen ohne Klagen, und marschieren immerzu ..." Diese Lied basiert auf Erlebnissen von einer Spielfahrt der Bockreiter Mitte der 80ziger Jahre. Wir waren mit einem einachsigen Pferdefuhrwerk die Mosel entlang untwegs. In den Orten bauten wir dann unsere Bühne auf und zeigten dem Publikum auf den Pläzten unser einstudiertes Laienspiel. Völlig neu für uns war es, mit einem Pferd auf Fahrt zu sein. Einer von uns kannte sich mit Pferden ein wenig aus, doch überraschte uns das Pony, daß den einachsigen des Tags mühelos zog, immer wieder aufs neue. Und Abends schlugen wir an einer passenden Stelle im Wald unser Lager auf. Auf dem einachsigen Wagen war die Bühne verstaut und unsere Rucksäcke eingelagert. Nur so konnten wir mit dem kräftigen Pony Schritt halten. Natürlich galt es immer für genügend Futter und Wasser für unseren fleißigen Begleiter zu sorgen. Doch gab es an der Mosel zum Glück genügend abgelegene, geeignete Plätze dafür.
Mich an diese Erlebnisse erinnernd, begann ich diese Liedzeilen niederzuschreiben. Bei der Melodie hatte ich mich bemüht, etwas vom Klang der Musik in einem Zirkus nachzuahmen. Und trotzdem sollte sie gefällig genug für das Singen in den Gruppen sein. "... wenn die Spielfahrt rollt, dann lacht uns das Glück. Nur immer nach vorn und niemals zurück ..."

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Spielfahrt - Frisch trabt das Roß vor'm Wagen / Satz



17. April 2017


Huzar Wielkiej Armii, 1896-1917

(c) Wojciech Kossak, Polen

"... faß fest dein Roß am Zügel, der Morgen ist erwacht! Stumm hinter jenem Hügel entgleitet schon die Nacht ..." Viele Jahre ist es her, daß ich mich mit den Gedichten von Klabund beschäftigt habe. Dieses textlich sehr untypische Soldatengedicht hat mir dieses Mal am Besten gefallen. Und die dazu kreierte Melodie ist, was dann auch keine Überraschung ist, deshalb keine im Marschrhythmus. Ich habe sie im Gegenteil sehr melodiös angelegt. Sie erlaubt einem, diese auch im 3/4 Takte zu präsentieren. Ihre ganz besondere Stärke liegt aber in der möglichen Überstimme, die man in vielen Schleifen gestalten kann. Also keine Angst vor dem etwas Unüblichen, melodisch enthält sie dazu viele Überraschung bereit. "... noch glühen allenthalben die Rosen rot und tief! Noch flattern hoch die Schwalben, da kein Gewitter rief ..."

Dieses schöne Ölgemälde "Husar der Großen Armee" stammt von dem polnischen Maler Wojciech Kossak (1857-1942).


Im Morgenrot - Faß fest dein Roß am Zügel / Satz



16. April 2017


Krakauer Hochzeit, 2013

(c) Piotr Olech, Polen

"... drum bin ich wie der Wind, der droben zieht, bin wie die Welle, die der Hand entflieht ..." Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder einem Gedicht von Börries, Freiherrn von Münchhausen zugewandt. Es ist eines von insgesamt vier Zigeunergedichten aus seiner Feder. Diesmal habe ich ganz bewußt bei der Melodie auf jegliche Ähnlichkeiten mit Zigan-Weisen, die man bei diesem Thema schon erwarten könnte, verzichtet. Im Inhalt erzählen die Verse auch mehr vom Ursprung der Ruhelosigkeit jener Volksgruppe, also ähnlich wie bei uns, dem Ziehen auf endloser Straße. "... die Straße drängt und sehnt sich fort von hier, nur fort, nur fort, nur fort, das gilt auch mir ..."

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Zigeunerlied - Es hat der Sturm geheult die ganze Nacht / Satz



10. April 2017


Traurig, 2010

(c) Piotr Olech, Polen

"... ich bin ein fahrend' Sänger, ein Wandervögelein, auf meiner ganzen Erde muß ich besitzlos sein ..." Die Verse aus »Das Ende vom Lied« sind ein weiteres Beispiel ihrer geliebten Wald-Gedichte. Der Wald, das Lieblingsthema der Dichterin Carmen Sylva, der Wald in dem sie so viel Zeit in ihrer Jugend verbracht hatte. Denn er zog sich nahtlos bis an das Schloß ihrer Eltern heran. Keine Bälle favorisierte sie, nein, ein Gewitter im Walde war mehr nach ihrerm Geschmack. Meine Melodie dazu entstandt während eines Treffens des Überbündischen Singekreises in Frankfurt. Nur, da dachte ich nicht an jenes Gedicht, sondern eher an ein Wanderlied aus eigener Feder. Um so überraschter stellte ich dann zu Hause fest, daß diese Bolero-Melodie exakt auf die Verse von Carmen Sylva paßte. Es ist schon wahrlich erstaunlich, welche Zufälle einem das Leben so spinnt. "... so lang' noch Lieder leben, wie Ozeangetön, wie Waldesblätterrauschen, so lang' ist's Leben schön ..."

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Das Ende vom Lied - So wißt, ich soll Nichts haben / Satz



4. April 2017


Grenzenvoll, 2014

(c) Ulrike Miesen-Schürmann

Diesmal habe ich eine gute Interpretation zu » Roter Wein im Becher « auf der Videoplattform YouTube gefunden, die ich Euch auch nicht vorenthalten möchte. Diese Melodie-Variation stammt aus dem Umfeld des LARP ( Live Action Role Playing ), dort werden die Rollen in Person und Kostüm gespielt. Und was sind Rollenspiele ohne Tavernen und ihre Lieder um das Zechen. Gesungen wird es von Lea Fuchs und die Instrumente spielt Karsten Spiller. Die ersten Lieder aus ihrer Feder sind bereits entstanden und können auf deren Website angehört werden. Vielleicht ist da auch etwas für unsere Gruppen dabei.

Gesangsinterpretation zu Roter Wein im Becher von Lautenfuchs

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>>> Biographie : Ulrike Miesen-Schürmann


Roter Wein im Becher , der beste Rebensaft / Gesang

Gesangsinterpretation vom Duo Lautenfuchs, 2017 auf YouTube


27. Januar 2017


Winter, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... quälen uns die Regenstraßen, ist der Poncho naß und kalt. Um uns treiben klamm die Wrasen auf den Feldern, durch den Wald ..." Derzeit drehen sich viele meiner Gedanken häufig um die Fahrten auf der endlosen Straße. Da ist es auch nicht verwunderlich, daß sich das in neuen Liedern niederschlägt. Diesmal handelt der Text von den Straßen zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten und Witterungslagen. Als Freund des harschen Winters mußte natürlich auch dieses neue Lied mit Schnee und Eis beginnen. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz ziehen wir unvermindert weiter, um erst des Abends ein Nachtlager aufzuschlagen. Und natürlich ruft uns die Straße am nächsten Tag erneut und so ziehen wir dem fernen Ziele unvermindert weiter entgegen. Natürlich nur bis zum Biwak am nächsten Abend. Und so vergehen die Tage, bis man dann irgendwann sein Ziel endlich erreicht haben wird. "... klotzen wir auf Sonnenstraßen ohne Schatten vor dem Glast. All' die Meilen, die wir fraßen, zwingen durstig oft zur Rast ..."

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>>> Biographie : Piotr Olech


Bis zum Biwakieren - Folgen wir den Winterstraßen / Satz



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