Reiterlied (Scheffel)

Jetzunder sind die Zeiten schwer, das Träumen hat ein End'

Vertonung eines Joseph Victor von Scheffel Gedichtes
 


Lied aus : Werkstatt

aus der Kunst- und Satirezeitung : Joseph Victor Scheffel - Fliegende Blätter 150 - Sammelband 7 (145-168), Redaktion - Caspar Braun und Friedrich Schneider, 1848 — Verlag von Braun & Schneider, München


Worte : 1847/48
Joseph Victor von Scheffel / © dessen Rechtsnachfolger
Weise :
14. April 2018 mayer / © Jürgen Sesselmann



We-CD-20 - 2018 : Werkstatt XX ( Titel 13 )

Reiterlied - Jetzunder sind die Zeiten schwer, das Träumen hat ein End', manch


Reiterlied

Werkstatt XX

Die Hörprobe stammt von einer Studioaufnahme aus dem Jahr 2018. Sie ist der CD - Werkstatt XX entnommen.

 

Die Geschichte des Liedes

 


Mitte April 2018 - Es war wieder einmal einer jener Tage, an dem ich spürte, daß heute mir eine Melodie gelingen könnte. Zudem hatte ich in Frankfurt - Hausen zwei Wochen zuvor beim monatlichen überbündischen Singetreffen einmal wieder eine Melodiephrase gefunden, an der es sich lohnte, ihr weiter nachzugehen. Solche Singerunden nutze ich immer dazu an Neuem zu arbeiten, denn irgendwann hatte ich bemerkt, daß mir bei solchen Anlässen häufig gute Einfälle gelangen. Alles nur Stückwerk, doch der Keim zu Neuem wurde durch sie gelegt. Durch die vielen fremden Lieder, die ich dann zu Hören bekam, wurde ich wohl auf neuen Wege geleitet. So auch bei dieser Phrase, denn sie beinhaltete einen Tonartwechsel von E-Dur zu g-Moll. Mich hatte nur gewurmt, das ich damals keine gute Auflösung hin zurück zum "E" hinbekam.
Da mir an jenem Abend kein Sinn zu einem eigenen Text bestand, mir fehlte einfach die zündende Idee dazu, blätterte ich mal wieder in Joseph Victor von Scheffels Jugendgedichten. Die Versen zu diesen finden sich ausschließlich in der Kunst- und Satirezeitung " Fliegende Blätter ", die von 1844 bis 1944 mit über 3500 Ausgaben erschienen waren und in der Scheffel viele seiner Jugendgedichte zuerst veröffentlicht hatte. Viele dieser hatte er dann leider nicht in seine späteren Gedichtbände übernommen, ebenso erschienen sie auch nach seinem Tode nicht in den Nachlaßbänden.
Bei dem 8-versigen Gedicht "Reiterlied" wurde ich fündig, denn ihr Inhalt entsprach meiner derzeitigen Stimmung und ebenso konnte ich mir dazu eine Melodie mit Moll-Passagen vorstellen. Zuerst ging es aber hier an das Bearbeiten des Gedichtes. Ein Lied mit acht Strophen kam für mich natürlich nicht in Betracht. Zuerst versuchte ich diese durch Zusamenlegen mehrerer Verse zu vermindern. In diesem Falle war mir bereits mir vier Doppelstrophen geholfen, denn nur ungern strich ich einen Vers aus einem Gedicht. Hier konnte ich sogar die originale Reihenfolge beibehalten. Nur im Text selber mußte ich einige Korrekturen vornehmen, denn auch Scheffel war zu Anfang nicht immer akurat im Versmaß, ein absolutes Muß aber für ein Lied.
Mit der nur vorliegenden Wortvorgabe konnte ich mich mit den eigentlichen Melodie beschäftigen. Meine Idee ein Teil in e-Moll und der abschließende Teil in g-Moll klappten hierbei recht flüssig und da mir ingesammt 8 Zeilen zu Verfügung standen, sollte es auch mit den Überleitungen der Tonarten eigentlich gut klappen. Doch diese Annahme stellte sich als Trugschluß heraus. Die gesamte Melodie war eigentlich schon fertig, doch gelang mir einfach keine Überleitung am Ende der Melodie zurück zu e-Moll. Aus dieser Not heraus wählte ich dann den Abschluß in E-Dur, der ebenfalls klanglich seinen Reiz hatte. Um aber von d-Moll melodisch flüssig dorthin zu gelangen, mußte ich noch eine weitere Versstrophe der Melodie opfern, denn alles mußte sich ja flüssig singen lassen.

Wenn ich mir mein Ergebniss nun aus der Nachsicht betrachte, alles klingt gut und hochinteressant, doch der Wermutstropfen ist: Hier handelt es sich wohl um mein komplexestes Lied aus meinem Fundus. Es wird damit ein Lied für die sehr Erfahrenen unter uns bleiben müssen, denn es werden in ihm sage und schreibe 8 unterschiedliche Akkorde verwandt. Kein Lied für Anfänger, das merkte ich bereits, als ich meine Werkstattaufnahme dazu erstellte. Viele Anläufe waren nötig, alles fehlerfrei hinzubekommen. Das ist hiermit eindeutig ein Lied nur für die Meisterklasse. Ebenfalls ist bei diesem ein gutes Arrangement wichtig, dann gewinnt es deutlich in seiner Wirkung nach außen, aber ebenso für die Singenden selber.


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Jürgen Sesselmann (mayer)
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