Was nach Sünde riecht


. . . und den Spießbürger schreckt.

 
 
Wanderburschen, Musikanten
 
Über alle Breit' und Längen
sieht man sie am Biere hängen.
Saufen mächtig, singen Lieder.
So sind diese Tippelbrüder.
//: Quidam ludunt,
quidam bibunt,
quidam indiscrete vivunt. ://
 
Andern Orts sieht man sie schlemmen,
und erneut die Humpen stemmen.
Maid im Arm, die Hand am Mieder,
und schon geht es auf und nieder.
//: Quidam ludunt,
quidam bibunt,
quidam indiscrete vivunt. ://
 
 
mayer (Jürgen Sesselmann)
 


Der Beginn von "Wanderburschen, Musikanten" aus Tavernengesänge, 10. Juni 2017


—> Zweiter Teil


26. August 2017


« Die 5. Strophe zum Lied: Hoch im Norden »

Signature of the Swans

(c) Sue Coleman, Kanada

"... füllt neu der Lenz den Norden, sind die Blüten ihm zuteilgeworden. Eis treibt schmelzend mit dem Strom ..." Weshalb denn eine 5. Strophe, ist das nicht völlig überflüssig? Eigentlich würde ich das bei diesem Lied mit ja beantworten. Ein Jahreskreislauf ist ein sich selbsterklärendes Wort und bedarf deshalb dazu nicht einer eigenen Liedstrophe. Doch finden sich bereits im Netz erste Versuche genau zu so einer fünften Liedstrophe, um den Kreislauf zu verdeutlichen. Da ist es wohl besser, daß ich für jene eine gute Vorlage anbiete, bevor sich recht schlechte Versuche zu arg verbreiten. "... abermals die Vögel dann künden laut den Frühling an. Jung durch's Grün die Elche zieh'n, im nächsten Lenz im Norden ..."

Klaviersatz in d-Moll zu Hoch im Norden von der Pianistin (c) Claudia Fischer

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Hoch im Norden - Eine 5. Liedstrophe / Klaviersatz

Klaviersatz gespielt in d-Moll von der Pianistin Claudia Fischer, 2016 auf YouTube


19. August 2017


Unterwegs, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... wenn wieder klopfen die schweren Tropfen auf das durchnäßte, schwarze Tuch ... seit Tagen schon ... dann stinkt es uns. Dann haben wir genug ..." Dieses Lied entstand aus einem Flickenteppich alter Erinnerungen und Fahrtenerlebnissen – Jeder kennt das. So schlimm auch das Schlamassel war, das man zu überstehen hatte, kaum lag es hinter einem, wurde darüber nur noch gelacht. Und was hatte man mittendrin doch darüber gewettert und geflucht. Mir ist kein einziges, schlechtes Fahrtenerlebnis in Erinnerung, daß mich je davon abgehalten hatte, nicht erneut wieder auf Fahrt zu gehen. Auch auf die Gefahr hin, wieder in einem ähnlichen Sumpf des Pechs zu versinken. "... doch wenn im Kreise wir später weise verlachen auch den schwersten Zug ... dann langt das nicht. Dann war das nicht genug ..."

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Genug ist nicht genug! - Wenn wieder klopfen die schweren / Satz



3. Juli 2017


Lódz rybacka, 1916

(c) Michal Wywiorski, Polen

"... ihre tiefen, blauen Augen, hell ihr Lachen, stramm ihr Po. Ich mag ohne sie nichts taugen, sie find ich kaum anderswo. Hart steuerbord, ohe ..." Hier nun das zweite jener Seemannslieder, das ich jetzt erst hier vorstellen möchte. Es enstand ebenso wie » Stürmische Fahrt « bereits im Spätsommer des Jahres 2015. Es ist ein Lied wie der Titel » Neuer Hafen, neues Glück « schon verrät über die tiefe Liebe und kurze Treue der Männer auf See. Vieles davon gehört eigentlich in die Welt der Fabeln, doch hören wir gerade diese Geschichten zu gerne. Und zwar so oft, daß wie es beinahe auch selber glauben möchten. "... doch, so schwer auch wiegt die Trauer, sind Matrosen erst auf See, ist sie nicht von langer Dauer: Ach, mein Mädchen, nun ade. Hart steuerbord, ohe ..."

Dieses schöne Ölgemälde "Fischerboot" stammt von dem polnischen Maler Michał Wywiórski (Gorstkin) (1861-1926).


Neuer Hafen, neues Glück - Findet sich im nächsten Hafen / Satz



2. Juli 2017


A roll to loo'ard, 1956

(c) Montague Dawson, UK

"... noch segeln knallhart wir vor tobendem Wind, am Ende im Tollhaus nur einer gewinnt ..." Dies ist das erste von zwei Seefahrtsliedern, die bereits im Spätsommer 2015 entstanden sind, und ich erst jetzt auf meiner Seite präsentiere. » Stürmische Fahrt « erzählt von dem Kampf der Seeleute mit ihrem Segelschiff durch eine wilde Sturmfront. Wie sie gegen die Naturgewalten kämpfen und lachend standhalten. Bis hin zum fatalistischen Ende der Verse mit ihrem Wunsch "noch einmal" die Weite der See erleben zu dürfen. "... einmal noch bebend die Weiten erspüren, um zu erleben den Wind und das Meer. Laßt uns von Träumen zum Horizont führen ..."

Dieses schöne Ölgemälde "Eine Rolle nach Lee" stammt von dem britischen Maler Montague Dawson (1890-1973).


Stürmische Fahrt - Drehende Winde,die Segel laut flappern/ Satz



19. Juni 2017


Pause, 2008

(c) Piotr Olech, Polen

"... an den steilen Steigen trotzen, hell die Sonne blinkt durchs Laub. In die Täler abwärts klotzen, hinter uns weht hoch der Staub ..." Kaum ist das letzte Fahrtenlied vollendet, springt schon ein weiteres gleicher Art aus der Kiste. So schlicht das Letzte war, so besonders ist nun dieses. Es stellt in 1-zeiligen Naturbeschreibungen Momente einer Wanderfahrt nach. Also all das, was wir unterwegs so erleben oder beobachten könnten. Alles in einer recht bildhaften Sprache gehalten und mit einer deutlich besseren Melodie. Eine Liedstrophe ist geteilt in die eigentliche Strophe und den Refrain. Beide Teile haben eine deutlich unterscheidbare Melodieführung. Als Textbeispiel stehen fett oben eine Liedstrophe und unten der wiederkehrende Refrain. Die Gitarrenbegleitung bedarf nur bekannter Akkorde, doch deren Wechsel bieten einige ungewohnte Abläufe. Auch im Tempo ist dieses Lied eigentlich zweigeteilt. Der vordere Part ist zügig angelegt, so wie beim strammen Marschieren und der Refrain kann recht getragen gesungen werden, als wenn man gerade ins Schwärmen käme. "... oh, wundervolle Fahrtenzeit, wie wohl bist uns gesonnen. Das Land trägt stolz sein grünes Kleid, ein Wandern voller Wonnen ..."

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Wundervolle Fahrtenzeit - Wieder auf den Straßen traben / Satz



18. Juni 2017


Früher Morgen, 2009

(c) Piotr Olech, Polen

"... durchs Gebirge, über Felder, folgen keinem steten Plan. Mal die Auen, dann die Wälder, immer sind wir auf der Bahn ..." Manchmal können viele Feiertag auch ein Fluch für einen kreativen Menschen sein. Kaum hat er ein neues Lied fertiggestellt, drängt in ihm schon ein weiteres auf seine Umsetzung. In solchen Momenten entstehen dann auch ganz schlichte Lieder, so wie jenes über das Fernweh. Es sind eigentlich keine tiefschürfenden Gedanken darin zu entdecken, es ist nur ein ganz einfaches Fahrtenlied. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Erzählt es doch nur, was jedem von uns eigentlich schon bekannt ist. Und sollte es eines Tages einfach verschwinden, würde dies wohl keinem auffallen. Das ist das Los der einfachen Lieder. "... alles in uns drängt zur Ferne, lockend jedes neue Ziel. Folgen jenem Rufe gerne, jede Mühsal zählt nicht viel ..."

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Fernweh - Durch die Länder woll'n wir treiben / Satz



15. Juni 2017


Sommer in Kamien, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... Wolken durch den Himmel flieh'n, immer voller Hast. Ruhlos müßt ihr weiter zieh'n, ihr kennt keine Rast ..." Wieder einmal habe ich in meinen Fundus der Werkstattaufnahmen von 1977 gegriffen. Diesmal lag mir als Melodie-Notiz nur eine Weise ohne Worte vor. Schon länger hatte ich damit liebäugelt, doch es braucht auch eine paßende Idee zum Textinhalt. Jetzt scheint mir das endlich gelungen zu sein. Es beschreibt uns Fahrtengesellen wenn wir den Straßen, den Wolken und dem Wind ungefragt folgen. Ganz egal wohin es auch immer gehen mag. Es ist eine einfache Melodie aus meiner Anfangszeit des Liederschreibens. Ich habe versucht einen ebenso schlichten Text dazu zu finden. Ich denke, daß mir das geglückt ist, mit einem Thema, das ich in jener Zeit häufig bedient hatte. "... unser Herz nach eurem Sinn, denn wir halten Schritt. Fragen nicht, wo wollt ihr hin? Ziehen einfach mit ..."

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Weltentanz - Immer habt ihr keine Ruh' / Satz



14. Juni 2017


Wiese 1, 2017

(c) Piotr Olech, Polen

"... die Berg’ im Mondesschimmer wie in Gedanken stehn, und durch verworrne Trümmer die Quellen klagend gehn ..." Wer von Euch kennt sie nicht, die stillen und doch so bewegenden Waldnächte. Nicht immer klingen die Klampfen, es wird gefeiert und es werden Lieder gesungen. Da sind auch diese ruhigen Momente, in denen man in sich gekehrt nur dem Herzschlag des Waldes lauscht. Und des Nachts schlägt es am lautesten, damit wir lauten Gesellen es auch wirklich hören können. Und von solch einer stillen und bewegenden Waldnacht erzählt dieses Gedicht von Joseph, Freiherrn von Eichendorff, das ich jetzt vertont habe. Es ist eine ruhige und getragene Melodie im 3/4 Takt mit zwei überraschenden Wechseln zwischen e-Moll und E-Dur. Und gerade diese einfachen Schritte sind so in einem Lied, soweit ich diese kenne natürlich, noch nicht vollzogen worden. Und gerade dieses Stilmittel macht die Weise sehr anziehend und ist dabei sehr leicht zu singen und zu begleiten. Es ist ein Lied für die ruhigen Momente eines Abends. "... schon rührt sich's in den Bäumen, die Lerche weckt sie bald. So will ich treu verträumen die Nacht im stillen Wald ..."

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Die Nacht - Wie schön, hier zu verträumen / Satz



11. Juni 2017


Auf der Wiese 2, 2009

(c) Piotr Olech, Polen

"... der Wind hat mir ein Kind gemacht im Steinklee hinterm Zaun. Erst hat die Mutter wild gelacht, dann hat sie mich verhaun ..." Dieses freche Gedicht stammt aus der Feder von Manfred Hausmann, ein Gedicht, das ich schon seit längerem zu vertonen gedachte. Aber bis jetzt war nie der rechte Zeitpunkt dafür gewesen. Doch jetzt bekam ich die Melodie regelrecht in die Hand gelegt. Nur einmal las ich die Verse und da war sie, diese verträumte Weise. Natürlich ist das eher ein Lied für eine Mädchengruppe, doch muß es wohl eher ein frechere sein. Natürlich können auch die Jungs es singen, denn es entbehrt ja nicht einer guten Portion Humor. Die Melodie hat etwas von einem Ohrwurm, denn ich bekomme sie momentan nicht aus meinem Kopf. Mal sehen ob das auch in einigen Wochen noch der Fall ist. "... ein Wehn zog übers Kornfeld hin. Der weiche dunkle Laut des Regens flüsterte darin und kühlte unsre Haut ..."

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Im Steinklee - Der Wind hat mir ein Kind gemacht / Satz



10. Juni 2017


Blick auf die Basilika in Bardo, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... andern Orts sieht man sie schlemmen, und erneut die Humpen stemmen. Maid im Arm, die Hand am Mieder, und schon geht es auf und nieder ..." Diesmal ein Tavernenlied der etwas derberen Art. Sein Inhalt muß schließlich zum lateinischen Refrain passen. Eine Übersetzung findet sich bei der Partitur und dem Liedtext. Es handelt von jenen, die viel über die Straßen zogen. Die Wanderburschen für die Burschenschaflter, die Musikanten für die Fahrenden dieser Zunft, die Fahrtgesellen für alle die auf die Walz zogen und natürlich noch die Vaganten jener Tage. Allen gemein war neben dem Reisen auf den Straßen, das Tanzen, Trinken und Singen in den Tavernen der Dörfer und Städte. Und nur über diesen Ort will das Lied erzählen. Es ist wie ein Zug durch die Kneipen vergangener Tage. Und Hauptthema ist dabei natürlich das hemmungslose Trinken und am Rande noch ein paar andere Zügellosigkeiten. "... heute saufen, Lieder singen, morgen sich auf Straßen schwingen. Quidam ludunt, quidam bibunt, quidam indiscrete vivunt ..."

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Wanderburschen, Musikanten - Über alle Breit' und Längen/ Satz



5. Juni 2017


Am Strand von Mechelinki, 2010

(c) Piotr Olech, Polen

"... und wenn wir kehren einst wieder, blüht schon der Flieder, über dem weißen Strand ..." Vor etlichen Monaten ging mir eine kurze Musikphrase nicht mehr aus dem Kopf, also setzte ich mich hin und es entstand daraus eine komplette Melodie, ohne zu wissen, zu welchem Thema sie denn gedacht sein könnte. Seit diesen Tagen nun versuchte ich mit wechseldem Erfolg einen entsprechenden Text dafür zu finden. Alle Ideen, die ich dazu probiert hatte, blieben letztlich fruchtlos. So erwartete ich auch dieses lange Wochende nicht, einen wirklichen Durchbruch zu erreichen, doch weit gefehlt! Plötzlich nahmen die Verse eine ansprechende Form zu einem Seemannsthema an, daß ich schon vorher vergeblich versucht hatte. Doch nun ist das Lied endlich fertig. Man könnte es sehr leicht als Tango singen, doch ziehe ich, im Gegensatz zu seinem Liedtitel, den klassischen 4/4 Takt vor. Warum? Um kein Tempo in der Melodie zu verlieren, denn das braucht diese Weise ganz besonders. "... so warte auf mich im Hafen, wo wir uns trafen, Mädchen von Helgoland ..."

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Teerjacken-Tango - Oh, schönes Mädchen vom Hafen / Satz



—> Zweiter Teil

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