Was nach Sünde riecht


. . . und den Spießbürger schreckt.

 
 
Wanderburschen, Musikanten
 
Über alle Breit' und Längen
sieht man sie am Biere hängen.
Saufen mächtig, singen Lieder.
So sind diese Tippelbrüder.
//: Quidam ludunt,
quidam bibunt,
quidam indiscrete vivunt. ://
 
Andern Orts sieht man sie schlemmen,
und erneut die Humpen stemmen.
Maid im Arm, die Hand am Mieder,
und schon geht es auf und nieder.
//: Quidam ludunt,
quidam bibunt,
quidam indiscrete vivunt. ://
 
 
mayer (Jürgen Sesselmann)
 


Der Beginn von "Wanderburschen, Musikanten" aus Tavernengesänge, 10. Juni 2017


—> Zweiter Teil


15. Oktober 2017


Allee im Herbst, 2008

(c) Piotr Olech, Polen

"... ich zog als Zigeuner auf staubigem Pfad, und fahrendem Volk war ich oft Kamerad ..." Für diese Vertonung habe ich mir ein sehr frühes Gedicht von Börries, Freiherr von Münchhausen herausgesucht. Es stammt noch aus seiner Studentenzeit in Göttingen und enthält etliche autobiographische Züge. So zog er tatsächlich auf den Straßen mit Zigeunern durch die deutschen Lande. Ob es nur ein Aufbegehren der Jugend gegen das Spießertum oder sein Abenteuergeist war, der ihn dazu trieb, ist heute nur noch schwer zu ermitteln. Er hatte kurz vor seinem Todes die meistem seiner sehr privaten Briefe und Tagebücher verbrannt. Die tiefe Trauer um seine verstorbene Frau hatte ihn wahrscheinlich dazu getrieben. So bleiben uns heute nur seine Gedichte übrig. Dieses von mir ausgewählte wurde nur im » Göttinger Musenalmanach für 1898 « veröffentlicht, einer meist jährlichen Gedichtanthologie, in der die talentierten Studenten der Göttinger Universität ihre lyrischen Arbeiten darboten. Die Aussagen in Münchhausens Gedicht passen sehr zu unserem Lebensgefühl, wenn wir auf Fahrt unterwegs sind. "... verkling wie mein Lied in der Ferne gar schnell: Ein fahrender Schüler, ein wüster Gesell ..."

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Der Wanderer - Ich zog durch die Welt / Satz



9. Oktober 2017


Im Garten, 2008

(c) Piotr Olech, Polen

"... hab mich dem Frühling Freund gewußt, als ich den Bruder in ihm sah, die Nachtigall in seiner Brust in meiner Brust auch schlug sie da ..." Bei dieser Vertonung zu Münchhausen habe ich eine verhaltene Melodie gewählt, damit diese mit den schlichten Versen harmoniert. Es ist eine Naturbeschreibung um den Jahreszeitenwechsel vom Frühling hin zum Sommer. Er vergleicht den Frühling mit der stürmischen Jugend im Gegensatz zum Sommer, der die reiferen Semester widerspiegelt. Es sind zumindest beides Jahreszeiten in denen wir besonders gerne auf Fahrt unterwegs sind. Trotz der Schlichtheit der Weise verbirgt diese trortdem einen Reiz, den man selber erfahren sollte. "... nun wird schon gelber Ähr und Stroh, nun kam des Sommers reife Ruh, und ich auch reise still und froh dem neuen stillen Freunde zu ..."

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Freund Sommer - Hab mich dem Frühling Freund gewußt / Satz



8. Oktober 2017


Sommer in Masowien, 2017

(c) Piotr Olech, Polen

"... viele uns zur Seite, das Morgen ist uns gleich. Wir trampen in die Weite mal arm und auch mal reich ..." Bei diesem Liede handelt es sich mal wieder um eines aus meinen Anfangstagen des Liederwebens, genau genommen war es erst das 5. meiner Lieder. Doch schon das nächste, das eine Woche später entstandt war bereits der "Rote Wein im Becher". An dieses kommt "Auf Großfahrt" natürlich nicht heran. Ich fand es aber zu schade, dieses weiterhin in der Schublade schlummern zu lassen. Nach 40 Jahren wird man halt auch ein bißchen sentimental. Vielleicht gefällt es ja der einen oder anderen Gruppe, denn sowohl das Liedthema, als auch die Melodie haben ihren besonderen Reiz. Der Text ist einfach gestrickt und somit sehr leicht zu erlernen. Zumindestens habe ich es so empfunden, als ich mir meine alten Werkstattaufnahmen von 1977 nach langer Pause erneut anhören konnte. "... endet dann die Großfahrt durch die bunte Welt. Sehen bald uns wieder, zu Neuem stets bereit. Erklingen uns're Lieder dann, wie auf alle Zeit ..."

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Auf Großfahrt - Bald geht es auf Großfahrt / Satz



2. Oktober 2017


Nebel, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... trotten tags und klamm die Ponchos wehen, so fühlt sich ein nasser Hund. Wie lang kann das denn so weitergehen ..." Dieses Regenlied erzählt von den Erlebnissen meiner ersten Großfahrt durch Norwegen im Sommer 1970. Neben kleinen Episoden ist mir nur der stete Regen in Erinnerung geblieben. Ein Regen, der die Stimmung der Fahrtengruppe doch mächtig in den Keller drückte, auch das abendliche gute Essen konnte diese kaum anheben. Als junge Pimpfe zogen wir mit Affe und Poncho die norwegischen Straßen entlang, und bewältitigten so täglich mindestens 30 Kilometer. Doch der immerwährende Regen setzte uns mehr zu, als die Blasen an den Füßen von unseren feuchten Schuhen. Wir schrieben unser Unglück dem Fluch eines Trolles zu, dessen Heimstatt, einen großen Stein im Wald, wir unwissentlich geschändet hatten. - Die langsame Melodie des Liedes soll deshalb auch unsere damalige Stimmung widerspiegeln und nicht das Tempo unseres Marschierens. "... und das regnet, und das regnet seit so vielen Tagen schon. Hört das nie auf, hört das nie auf? Troll, sag', warum diese Fron? ..."

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Trollsegen - Tief und dunkel Wolken um uns hängen / Satz



26. August 2017


« Die 5. Strophe zum Lied: Hoch im Norden »

Signature of the Swans

(c) Sue Coleman, Kanada

"... füllt neu der Lenz den Norden, sind die Blüten ihm zuteilgeworden. Eis treibt schmelzend mit dem Strom ..." Weshalb denn eine 5. Strophe, ist das nicht völlig überflüssig? Eigentlich würde ich das bei diesem Lied mit ja beantworten. Ein Jahreskreislauf ist ein sich selbsterklärendes Wort und bedarf deshalb dazu nicht einer eigenen Liedstrophe. Doch finden sich bereits im Netz erste Versuche genau zu so einer fünften Liedstrophe, um den Kreislauf zu verdeutlichen. Da ist es wohl besser, daß ich für jene eine gute Vorlage anbiete, bevor sich recht schlechte Versuche zu arg verbreiten. "... abermals die Vögel dann künden laut den Frühling an. Jung durch's Grün die Elche zieh'n, im nächsten Lenz im Norden ..."

Klaviersatz in d-Moll zu Hoch im Norden von der Pianistin (c) Claudia Fischer

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Hoch im Norden - Eine 5. Liedstrophe / Klaviersatz

Klaviersatz gespielt in d-Moll von der Pianistin Claudia Fischer, 2016 auf YouTube


19. August 2017


Unterwegs, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... wenn wieder klopfen die schweren Tropfen auf das durchnäßte, schwarze Tuch ... seit Tagen schon ... dann stinkt es uns. Dann haben wir genug ..." Dieses Lied entstand aus einem Flickenteppich alter Erinnerungen und Fahrtenerlebnissen – Jeder kennt das. So schlimm auch das Schlamassel war, das man zu überstehen hatte, kaum lag es hinter einem, wurde darüber nur noch gelacht. Und was hatte man mittendrin doch darüber gewettert und geflucht. Mir ist kein einziges, schlechtes Fahrtenerlebnis in Erinnerung, daß mich je davon abgehalten hatte, nicht erneut wieder auf Fahrt zu gehen. Auch auf die Gefahr hin, wieder in einem ähnlichen Sumpf des Pechs zu versinken. "... doch wenn im Kreise wir später weise verlachen auch den schwersten Zug ... dann langt das nicht. Dann war das nicht genug ..."

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Genug ist nicht genug! - Wenn wieder klopfen die schweren / Satz



3. Juli 2017


Lódz rybacka, 1916

(c) Michal Wywiorski, Polen

"... ihre tiefen, blauen Augen, hell ihr Lachen, stramm ihr Po. Ich mag ohne sie nichts taugen, sie find ich kaum anderswo. Hart steuerbord, ohe ..." Hier nun das zweite jener Seemannslieder, das ich jetzt erst hier vorstellen möchte. Es enstand ebenso wie » Stürmische Fahrt « bereits im Spätsommer des Jahres 2015. Es ist ein Lied wie der Titel » Neuer Hafen, neues Glück « schon verrät über die tiefe Liebe und kurze Treue der Männer auf See. Vieles davon gehört eigentlich in die Welt der Fabeln, doch hören wir gerade diese Geschichten zu gerne. Und zwar so oft, daß wie es beinahe auch selber glauben möchten. "... doch, so schwer auch wiegt die Trauer, sind Matrosen erst auf See, ist sie nicht von langer Dauer: Ach, mein Mädchen, nun ade. Hart steuerbord, ohe ..."

Dieses schöne Ölgemälde "Fischerboot" stammt von dem polnischen Maler Michał Wywiórski (Gorstkin) (1861-1926).


Neuer Hafen, neues Glück - Findet sich im nächsten Hafen / Satz



2. Juli 2017


A roll to loo'ard, 1956

(c) Montague Dawson, UK

"... noch segeln knallhart wir vor tobendem Wind, am Ende im Tollhaus nur einer gewinnt ..." Dies ist das erste von zwei Seefahrtsliedern, die bereits im Spätsommer 2015 entstanden sind, und ich erst jetzt auf meiner Seite präsentiere. » Stürmische Fahrt « erzählt von dem Kampf der Seeleute mit ihrem Segelschiff durch eine wilde Sturmfront. Wie sie gegen die Naturgewalten kämpfen und lachend standhalten. Bis hin zum fatalistischen Ende der Verse mit ihrem Wunsch "noch einmal" die Weite der See erleben zu dürfen. "... einmal noch bebend die Weiten erspüren, um zu erleben den Wind und das Meer. Laßt uns von Träumen zum Horizont führen ..."

Dieses schöne Ölgemälde "Eine Rolle nach Lee" stammt von dem britischen Maler Montague Dawson (1890-1973).


Stürmische Fahrt - Drehende Winde,die Segel laut flappern/ Satz



19. Juni 2017


Pause, 2008

(c) Piotr Olech, Polen

"... an den steilen Steigen trotzen, hell die Sonne blinkt durchs Laub. In die Täler abwärts klotzen, hinter uns weht hoch der Staub ..." Kaum ist das letzte Fahrtenlied vollendet, springt schon ein weiteres gleicher Art aus der Kiste. So schlicht das Letzte war, so besonders ist nun dieses. Es stellt in 1-zeiligen Naturbeschreibungen Momente einer Wanderfahrt nach. Also all das, was wir unterwegs so erleben oder beobachten könnten. Alles in einer recht bildhaften Sprache gehalten und mit einer deutlich besseren Melodie. Eine Liedstrophe ist geteilt in die eigentliche Strophe und den Refrain. Beide Teile haben eine deutlich unterscheidbare Melodieführung. Als Textbeispiel stehen fett oben eine Liedstrophe und unten der wiederkehrende Refrain. Die Gitarrenbegleitung bedarf nur bekannter Akkorde, doch deren Wechsel bieten einige ungewohnte Abläufe. Auch im Tempo ist dieses Lied eigentlich zweigeteilt. Der vordere Part ist zügig angelegt, so wie beim strammen Marschieren und der Refrain kann recht getragen gesungen werden, als wenn man gerade ins Schwärmen käme. "... oh, wundervolle Fahrtenzeit, wie wohl bist uns gesonnen. Das Land trägt stolz sein grünes Kleid, ein Wandern voller Wonnen ..."

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Wundervolle Fahrtenzeit - Wieder auf den Straßen traben / Satz



18. Juni 2017


Früher Morgen, 2009

(c) Piotr Olech, Polen

"... durchs Gebirge, über Felder, folgen keinem steten Plan. Mal die Auen, dann die Wälder, immer sind wir auf der Bahn ..." Manchmal können viele Feiertag auch ein Fluch für einen kreativen Menschen sein. Kaum hat er ein neues Lied fertiggestellt, drängt in ihm schon ein weiteres auf seine Umsetzung. In solchen Momenten entstehen dann auch ganz schlichte Lieder, so wie jenes über das Fernweh. Es sind eigentlich keine tiefschürfenden Gedanken darin zu entdecken, es ist nur ein ganz einfaches Fahrtenlied. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Erzählt es doch nur, was jedem von uns eigentlich schon bekannt ist. Und sollte es eines Tages einfach verschwinden, würde dies wohl keinem auffallen. Das ist das Los der einfachen Lieder. "... alles in uns drängt zur Ferne, lockend jedes neue Ziel. Folgen jenem Rufe gerne, jede Mühsal zählt nicht viel ..."

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Fernweh - Durch die Länder woll'n wir treiben / Satz



—> Zweiter Teil

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