Tagwerk - Vierter Teil

Die neuen Lieder aus dem Jahre 2017

 


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31. Dezember 2017


Leise rieselt der Schnee, 2010

(c) Piotr Olech, Polen

Wieder neigt sich ein weiteres Jahr seinem unwiederbringlichen Ende entgegen. Auch in diesem glückten mir viele neue Lieder und Ähnliches wünsche ich mir auch für die kommende Zeit. Meine zwei jungen Hündinen Sue und Selma, der Schrecken der Unterwelt, warten immer noch enttäuscht auf den ersten Schnee und wühlen im Gehege Loch an Loch, doch die Mäuse zeigen schlauerweise nicht einmal ihre Nasenspitzen. Auch den Tieren ist es derzeit viel zu naß, selbst der Falke sitzt einsam auf einem Holzpfahl am Straßenrand. Die neblige Sicht stört sein Kreisen auf lebensnotwendige Beute und überläßt die Jagd notgedrungen den rasenden Autos. – Viele gute Ideen zu neuen Liedern harren in meiner Notizkiste auf ihre glückliche Umsetzung, doch auch diese brauchen dazu eine gute Stimmung und die rechte Zeit. Doch animiert mich dieses trübe Wetter kaum zu Neuem.
Für das kommende Jahr habe ich keine besonderen Wünsche, und lasse die Nornen wie eh und je ihren Schicksalsfaden spinnen. Mal sehen mit was sie mich dann überraschen werden und harre auf das, was da wohl kommen mag. Denn die Zukunft ist genauso unklar und trübe wie dieser falsche Winter.

Zieh’n wir aus, den Wind zu reiten,
tollkühn durch die Wellen gleiten.
Zum Geleit hörst am Portale
du dein Lied zum letzten Male,
denn für heut’ gehört sie uns
diese schöne, wilde Welt.

Wann, Freunde, treffen wir uns wieder?
Wann zieh’n aufs Neue wir auf große Fahrt?
Wann singen nochmals wir die Lieder?
Wann steh’n erneut ums Feuer wir geschart?


In diesem Sinne wünsche ich allen Weggefährten und Gleichgesinnten einen hoffnungsvollen ersten Schritt in ein weiteres Jahr.


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Die Nerother - Laßt uns mal die Sonne jagen / CD 11

Bockreiter CD 11 - Yukonflößer (2014)


30. Dezember 2017


Winterlandschaft mit Wegkreuz, 2016

(c) Piotr Olech, Polen

"... sei mir gegrüßt am Straßenrand, mein alter Markenstein! Ich fahre in mein Vaterland, mein Vaterland hinein ..." Das wird wohl mein letztes Lied für dieses Jahr gewesen sein. Dafür hatte ich mir ein weiteres Gedicht von Moritz, Graf von Strachwitz ausgewählt. Die Verse erzählen von seinen Gefühlen, als er nach vielen Monaten in Skandinavien wieder seine Heimat erblickte. Von dieser Reise brachte er, wie könnte es auch anders sein, eine Fülle Stoff für neue Gedichte im Nordischen angesiedelt mit zurück. Ihn begeisterten die Länder Norwegen und Schweden, die er hauptsächlich besucht hatte. – Die Verse in diesem Gedicht waren recht kurz und dem entsprechend ist dann auch meine Melodie ausgefallen. Genau wie in den Worten ist alles nur auf das Wesentliche beschränkt geblieben, direkt und ohne Schleifen und Schnörkel. "... du Strom, auf dem mein Segel schwoll, wie leuchtet deine Flut, du Wald, in dem mein Horn erscholl, wie klingt dein Rauschen gut ..."

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Heimkehr - Sei mir gegrüßt am Straßenrand / WS 19

Werkstatt XIX


29. Dezember 2017


Sommerlandschaft, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... gebt mir einen Stab von festem Holz, daß ich d'ran durch die Länder schreite. Gebt mir einen Segler mastenstolz, daß ich d'rauf durch die Wellen reite ..." Nun habe ich das erste, meiner ausgewählten Gedichte von dem anderen "neuen Dichter", Moritz, Graf von Strachwitz, vertont. Aus allen seinen Versen strömt förmlich noch die ungezügelte, ungeduldige Jugend heraus. In diesem Gedicht schreibt er, nein er schreit, von seiner Sehnsucht, in die Ferne zu ziehen. Fern aller Bürden zu sein, einem starken Bedürfnis, das er selber auch tatsächlich hatte. Nur einige Jahre später zog er bereits nach Norwegen und Schweden. Und reiste mit 25 Jahren dann nach Italien, wo er überraschend an Thyphus erkrankte und 1847 auf der Rückreise verstarb. Börries, Freiherr von Münchhausen hielt viel von seinen Gedichten, war er doch der erste, der die in Vergessenheit geratenen Balladen wiederbelebte. "... ob ich nun fliege, wand'le, reite : Nur laßt mich hinaus, nur laßt mich hinaus aus dem Engen, hinaus in das Weite ..."

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In das Weite - Gebt mir einen Stab von festem Holz / WS 20

Werkstatt XX


27. Dezember 2017


Frühling, 2011

(c) Piotr Olech, Polen

"... und Einer rufts dem Andern, es klinget fern wie nah: Die rechte Zeit zum Wandern, die Frühlingszeit ist da ..." Man kann bei Vertonungen nicht immer Rücksicht auf die Jahreszeiten nehmen, denn früher wurden nur sehr wenige Verse über den Winter geschrieben. Deshalb jetzt ein Frühlingsgedicht, einem weiteren von Otto Roquette, es stellt sich wie ein klassisches Wanderlied dar. Deshalb habe ich mich bei seiner Vertonung auch dazu anregen lassen, es im Klang wie ein altes Volkslied erschallen zu lassen. Die Melodie ist eine der wenigen, die ich in meiner ungeliebten C-Dur Tonart notiert habe. Keine andere paßte gut dazu, entweder waren diese zu hoch oder zu tief. Bestimmte Pfadfinderkreise wird es dagegen freuen, da sie viel in D oder C singen. "... wählst du dir zum Begleiter den gold'nen Lebensmut, wie findest du so heiter die Welt, wie schön und gut ..."

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Frühlingswandern - Vom Berg ergeht ein Rufen / WS 19

Werkstatt XIX


23. Dezember 2017


Landschaft mit Wolken, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... im Beutel rostet mir kein Geld, das rennt wie ich in alle Welt, die ganze Welt durchfliegen ..." Nachdem ich einen neuen Dichter, Otto Roquette, für mich entdeckt hatte, galt es nun seine schönen Gedichte auch zu vertonen. Als erstes wählte ich mir dazu die Verse "Wandervögel" aus, das sehr gut auf unser Wanderleben paßt. Viele seiner Gedichte wurden zwar schon in den letzten 150 Jahren vertont, doch werden diese heute kaum in den Gruppen gesungen. Mir persönlich ist keine dieser Vertonung bekannt. Somit hatte ich keine Scheu, eine weitere Melodie auch zu diesem Gedicht zu schreiben. - Eine Passage in der dritten Strophe "das ist mein Schick" ist für uns heute nicht mehr verständlich. Sie stammte bereits aus dem 15. Jahrhundert und bedeutete "das ist meine Art". - Bei der Melodie habe ich mich zurückgehalten und nur eine ganz einfach Weise unter Roquettes Worte gelegt. "... wo mir ein voller Becher blinkt, den möcht ich sehen, der mich zwingt, daß ich das Gottgeschenke nicht voller Freude tränke ..."

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Wandervögel - Ihr Wandervögel in der Luft / WS 19

Werkstatt XIX


15. Oktober 2017


Allee im Herbst, 2008

(c) Piotr Olech, Polen

"... ich zog als Zigeuner auf staubigem Pfad, und fahrendem Volk war ich oft Kamerad ..." Für diese Vertonung habe ich mir ein sehr frühes Gedicht von Börries, Freiherr von Münchhausen herausgesucht. Es stammt noch aus seiner Studentenzeit in Göttingen und enthält etliche autobiographische Züge. So zog er tatsächlich auf den Straßen mit Zigeunern durch die deutschen Lande. Ob es nur ein Aufbegehren der Jugend gegen das Spießertum oder sein Abenteuergeist war, der ihn dazu trieb, ist heute nur noch schwer zu ermitteln. Er hatte kurz vor seinem Todes die meistem seiner sehr privaten Briefe und Tagebücher verbrannt. Die tiefe Trauer um seine verstorbene Frau hatte ihn wahrscheinlich dazu getrieben. So bleiben uns heute nur seine Gedichte übrig. Dieses von mir ausgewählte wurde nur im » Göttinger Musenalmanach für 1898 « veröffentlicht, einer meist jährlichen Gedichtanthologie, in der die talentierten Studenten der Göttinger Universität ihre lyrischen Arbeiten darboten. Die Aussagen in Münchhausens Gedicht passen sehr zu unserem Lebensgefühl, wenn wir auf Fahrt unterwegs sind. "... verkling wie mein Lied in der Ferne gar schnell: Ein fahrender Schüler, ein wüster Gesell ..."

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Der Wanderer - Ich zog durch die Welt / WS 19

Werkstatt XIX


9. Oktober 2017


Im Garten, 2008

(c) Piotr Olech, Polen

"... hab mich dem Frühling Freund gewußt, als ich den Bruder in ihm sah, die Nachtigall in seiner Brust in meiner Brust auch schlug sie da ..." Bei dieser Vertonung zu Münchhausen habe ich eine verhaltene Melodie gewählt, damit diese mit den schlichten Versen harmoniert. Es ist eine Naturbeschreibung um den Jahreszeitenwechsel vom Frühling hin zum Sommer. Er vergleicht den Frühling mit der stürmischen Jugend im Gegensatz zum Sommer, der die reiferen Semester widerspiegelt. Es sind zumindest beides Jahreszeiten in denen wir besonders gerne auf Fahrt unterwegs sind. Trotz der Schlichtheit der Weise verbirgt diese trortdem einen Reiz, den man selber erfahren sollte. "... nun wird schon gelber Ähr und Stroh, nun kam des Sommers reife Ruh, und ich auch reise still und froh dem neuen stillen Freunde zu ..."

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Freund Sommer - Hab mich dem Frühling Freund gewußt /WS 19

Werkstatt XIX


8. Oktober 2017


Sommer in Masowien, 2017

(c) Piotr Olech, Polen

"... viele uns zur Seite, das Morgen ist uns gleich. Wir trampen in die Weite mal arm und auch mal reich ..." Bei diesem Liede handelt es sich mal wieder um eines aus meinen Anfangstagen des Liederwebens, genau genommen war es erst das 5. meiner Lieder. Doch schon das nächste, das eine Woche später entstandt war bereits der "Rote Wein im Becher". An dieses kommt "Auf Großfahrt" natürlich nicht heran. Ich fand es aber zu schade, dieses weiterhin in der Schublade schlummern zu lassen. Nach 40 Jahren wird man halt auch ein bißchen sentimental. Vielleicht gefällt es ja der einen oder anderen Gruppe, denn sowohl das Liedthema, als auch die Melodie haben ihren besonderen Reiz. Der Text ist einfach gestrickt und somit sehr leicht zu erlernen. Zumindestens habe ich es so empfunden, als ich mir meine alten Werkstattaufnahmen von 1977 nach langer Pause erneut anhören konnte. "... endet dann die Großfahrt durch die bunte Welt. Sehen bald uns wieder, zu Neuem stets bereit. Erklingen uns're Lieder dann, wie auf alle Zeit ..."

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Auf Großfahrt - Bald geht es auf Großfahrt / WS 19

Werkstatt XIX


2. Oktober 2017


Nebel, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... trotten tags und klamm die Ponchos wehen, so fühlt sich ein nasser Hund. Wie lang kann das denn so weitergehen ..." Dieses Regenlied erzählt von den Erlebnissen meiner ersten Großfahrt durch Norwegen im Sommer 1970. Neben kleinen Episoden ist mir nur der stete Regen in Erinnerung geblieben. Ein Regen, der die Stimmung der Fahrtengruppe doch mächtig in den Keller drückte, auch das abendliche gute Essen konnte diese kaum anheben. Als junge Pimpfe zogen wir mit Affe und Poncho die norwegischen Straßen entlang, und bewältitigten so täglich mindestens 30 Kilometer. Doch der immerwährende Regen setzte uns mehr zu, als die Blasen an den Füßen von unseren feuchten Schuhen. Wir schrieben unser Unglück dem Fluch eines Trolles zu, dessen Heimstatt, einen großen Stein im Wald, wir unwissentlich geschändet hatten. - Die langsame Melodie des Liedes soll deshalb auch unsere damalige Stimmung widerspiegeln und nicht das Tempo unseres Marschierens. "... und das regnet, und das regnet seit so vielen Tagen schon. Hört das nie auf, hört das nie auf? Troll, sag', warum diese Fron? ..."

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Trollsegen - Tief und dunkel Wolken um uns hängen / WS 19

Werkstatt XIX


26. August 2017


« Die 5. Strophe zum Lied: Hoch im Norden »

Signature of the Swans

(c) Sue Coleman, Kanada

"... füllt neu der Lenz den Norden, sind die Blüten ihm zuteilgeworden. Eis treibt schmelzend mit dem Strom ..." Weshalb denn eine 5. Strophe, ist das nicht völlig überflüssig? Eigentlich würde ich das bei diesem Lied mit ja beantworten. Ein Jahreskreislauf ist ein sich selbsterklärendes Wort und bedarf deshalb dazu nicht einer eigenen Liedstrophe. Doch finden sich bereits im Netz erste Versuche genau zu so einer fünften Liedstrophe, um den Kreislauf zu verdeutlichen. Da ist es wohl besser, daß ich für jene eine gute Vorlage anbiete, bevor sich recht schlechte Versuche zu arg verbreiten. "... abermals die Vögel dann künden laut den Frühling an. Jung durch's Grün die Elche zieh'n, im nächsten Lenz im Norden ..."

Klaviersatz in d-Moll zu Hoch im Norden von der Pianistin (c) Claudia Fischer

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Hoch im Norden - Eine 5. Liedstrophe / Klaviersatz

Klaviersatz gespielt in d-Moll von der Pianistin Claudia Fischer, 2016 auf YouTube


19. August 2017


Unterwegs, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... wenn wieder klopfen die schweren Tropfen auf das durchnäßte, schwarze Tuch ... seit Tagen schon ... dann stinkt es uns. Dann haben wir genug ..." Dieses Lied entstand aus einem Flickenteppich alter Erinnerungen und Fahrtenerlebnissen – Jeder kennt das. So schlimm auch das Schlamassel war, das man zu überstehen hatte, kaum lag es hinter einem, wurde darüber nur noch gelacht. Und was hatte man mittendrin doch darüber gewettert und geflucht. Mir ist kein einziges, schlechtes Fahrtenerlebnis in Erinnerung, daß mich je davon abgehalten hatte, nicht erneut wieder auf Fahrt zu gehen. Auch auf die Gefahr hin, wieder in einem ähnlichen Sumpf des Pechs zu versinken. "... doch wenn im Kreise wir später weise verlachen auch den schwersten Zug ... dann langt das nicht. Dann war das nicht genug ..."

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Genug ist nicht genug! - Wenn wieder klopfen die schweren/WS19

Werkstatt XIX


3. Juli 2017


Lódz rybacka, 1916

(c) Michal Wywiorski, Polen

"... ihre tiefen, blauen Augen, hell ihr Lachen, stramm ihr Po. Ich mag ohne sie nichts taugen, sie find ich kaum anderswo. Hart steuerbord, ohe ..." Hier nun das zweite jener Seemannslieder, das ich jetzt erst hier vorstellen möchte. Es enstand ebenso wie » Stürmische Fahrt « bereits im Spätsommer des Jahres 2015. Es ist ein Lied wie der Titel » Neuer Hafen, neues Glück « schon verrät über die tiefe Liebe und kurze Treue der Männer auf See. Vieles davon gehört eigentlich in die Welt der Fabeln, doch hören wir gerade diese Geschichten zu gerne. Und zwar so oft, daß wie es beinahe auch selber glauben möchten. "... doch, so schwer auch wiegt die Trauer, sind Matrosen erst auf See, ist sie nicht von langer Dauer: Ach, mein Mädchen, nun ade. Hart steuerbord, ohe ..."

Dieses schöne Ölgemälde "Fischerboot" stammt von dem polnischen Maler Michał Wywiórski (Gorstkin) (1861-1926).


Neuer Hafen,neues Glück - Findet sich im nächsten Hafen/WS20

Werkstatt XX


2. Juli 2017


A roll to loo'ard, 1956

(c) Montague Dawson, UK

"... noch segeln knallhart wir vor tobendem Wind, am Ende im Tollhaus nur einer gewinnt ..." Dies ist das erste von zwei Seefahrtsliedern, die bereits im Spätsommer 2015 entstanden sind, und ich erst jetzt auf meiner Seite präsentiere. » Stürmische Fahrt « erzählt von dem Kampf der Seeleute mit ihrem Segelschiff durch eine wilde Sturmfront. Wie sie gegen die Naturgewalten kämpfen und lachend standhalten. Bis hin zum fatalistischen Ende der Verse mit ihrem Wunsch "noch einmal" die Weite der See erleben zu dürfen. "... einmal noch bebend die Weiten erspüren, um zu erleben den Wind und das Meer. Laßt uns von Träumen zum Horizont führen ..."

Dieses schöne Ölgemälde "Eine Rolle nach Lee" stammt von dem britischen Maler Montague Dawson (1890-1973).


Stürmische Fahrt - Drehende Winde,die Segel laut / WS 20

Werkstatt XX


19. Juni 2017


Frischling mit altem Haudegen, 1922

(c) Wojciech Kossak, Polen (1856-1942)

"... an den steilen Steigen trotzen, hell die Sonne blinkt durchs Laub. In die Täler abwärts klotzen, hinter uns weht hoch der Staub ..." Kaum ist das letzte Fahrtenlied vollendet, springt schon ein weiteres gleicher Art aus der Kiste. So schlicht das Letzte war, so besonders ist nun dieses. Es stellt in 1-zeiligen Naturbeschreibungen Momente einer Wanderfahrt nach. Also all das, was wir unterwegs so erleben oder beobachten könnten. Alles in einer recht bildhaften Sprache gehalten und mit einer deutlich besseren Melodie. Eine Liedstrophe ist geteilt in die eigentliche Strophe und den Refrain. Beide Teile haben eine deutlich unterscheidbare Melodieführung. Als Textbeispiel stehen fett oben eine Liedstrophe und unten der wiederkehrende Refrain. Die Gitarrenbegleitung bedarf nur bekannter Akkorde, doch deren Wechsel bieten einige ungewohnte Abläufe. Auch im Tempo ist dieses Lied eigentlich zweigeteilt. Der vordere Part ist zügig angelegt, so wie beim strammen Marschieren und der Refrain kann recht getragen gesungen werden, als wenn man gerade ins Schwärmen käme. "... oh, wundervolle Fahrtenzeit, wie wohl bist uns gesonnen. Das Land trägt stolz sein grünes Kleid, ein Wandern voller Wonnen ..."

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Wundervolle Fahrtenzeit -Wieder auf den Straßen traben/WS 19

Werkstatt XIX


18. Juni 2017


Früher Morgen, 2009

(c) Piotr Olech, Polen

"... durchs Gebirge, über Felder, folgen keinem steten Plan. Mal die Auen, dann die Wälder, immer sind wir auf der Bahn ..." Manchmal können viele Feiertag auch ein Fluch für einen kreativen Menschen sein. Kaum hat er ein neues Lied fertiggestellt, drängt in ihm schon ein weiteres auf seine Umsetzung. In solchen Momenten entstehen dann auch ganz schlichte Lieder, so wie jenes über das Fernweh. Es sind eigentlich keine tiefschürfenden Gedanken darin zu entdecken, es ist nur ein ganz einfaches Fahrtenlied. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Erzählt es doch nur, was jedem von uns eigentlich schon bekannt ist. Und sollte es eines Tages einfach verschwinden, würde dies wohl keinem auffallen. Das ist das Los der einfachen Lieder. "... alles in uns drängt zur Ferne, lockend jedes neue Ziel. Folgen jenem Rufe gerne, jede Mühsal zählt nicht viel ..."

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Fernweh - Durch die Länder woll'n wir treiben / WS 19

Werkstatt XIX


15. Juni 2017


Sommer in Kamien, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... Wolken durch den Himmel flieh'n, immer voller Hast. Ruhlos müßt ihr weiter zieh'n, ihr kennt keine Rast ..." Wieder einmal habe ich in meinen Fundus der Werkstattaufnahmen von 1977 gegriffen. Diesmal lag mir als Melodie-Notiz nur eine Weise ohne Worte vor. Schon länger hatte ich damit liebäugelt, doch es braucht auch eine paßende Idee zum Textinhalt. Jetzt scheint mir das endlich gelungen zu sein. Es beschreibt uns Fahrtengesellen wenn wir den Straßen, den Wolken und dem Wind ungefragt folgen. Ganz egal wohin es auch immer gehen mag. Es ist eine einfache Melodie aus meiner Anfangszeit des Liederschreibens. Ich habe versucht einen ebenso schlichten Text dazu zu finden. Ich denke, daß mir das geglückt ist, mit einem Thema, das ich in jener Zeit häufig bedient hatte. "... unser Herz nach eurem Sinn, denn wir halten Schritt. Fragen nicht, wo wollt ihr hin? Ziehen einfach mit ..."

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Weltentanz - Immer habt ihr keine Ruh' / WS 19

Werkstatt XIX


14. Juni 2017


Wiese 1, 2017

(c) Piotr Olech, Polen

"... die Berg’ im Mondesschimmer wie in Gedanken stehn, und durch verworrne Trümmer die Quellen klagend gehn ..." Wer von Euch kennt sie nicht, die stillen und doch so bewegenden Waldnächte. Nicht immer klingen die Klampfen, es wird gefeiert und es werden Lieder gesungen. Da sind auch diese ruhigen Momente, in denen man in sich gekehrt nur dem Herzschlag des Waldes lauscht. Und des Nachts schlägt es am lautesten, damit wir lauten Gesellen es auch wirklich hören können. Und von solch einer stillen und bewegenden Waldnacht erzählt dieses Gedicht von Joseph, Freiherrn von Eichendorff, das ich jetzt vertont habe. Es ist eine ruhige und getragene Melodie im 3/4 Takt mit zwei überraschenden Wechseln zwischen e-Moll und E-Dur. Und gerade diese einfachen Schritte sind so in einem Lied, soweit ich diese kenne natürlich, noch nicht vollzogen worden. Und gerade dieses Stilmittel macht die Weise sehr anziehend und ist dabei sehr leicht zu singen und zu begleiten. Es ist ein Lied für die ruhigen Momente eines Abends. "... schon rührt sich's in den Bäumen, die Lerche weckt sie bald. So will ich treu verträumen die Nacht im stillen Wald ..."

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Die Nacht - Wie schön, hier zu verträumen / WS 19

Werkstatt XIX


11. Juni 2017


Pariser Invalidenpalast, 1926

(c) Wojciech Kossak, Polen (1856-1942)

"... der Wind hat mir ein Kind gemacht im Steinklee hinterm Zaun. Erst hat die Mutter wild gelacht, dann hat sie mich verhaun ..." Dieses freche Gedicht stammt aus der Feder von Manfred Hausmann, ein Gedicht, das ich schon seit längerem zu vertonen gedachte. Aber bis jetzt war nie der rechte Zeitpunkt dafür gewesen. Doch jetzt bekam ich die Melodie regelrecht in die Hand gelegt. Nur einmal las ich die Verse und da war sie, diese verträumte Weise. Natürlich ist das eher ein Lied für eine Mädchengruppe, doch muß es wohl eher ein frechere sein. Natürlich können auch die Jungs es singen, denn es entbehrt ja nicht einer guten Portion Humor. Die Melodie hat etwas von einem Ohrwurm, denn ich bekomme sie momentan nicht aus meinem Kopf. Mal sehen ob das auch in einigen Wochen noch der Fall ist. "... ein Wehn zog übers Kornfeld hin. Der weiche dunkle Laut des Regens flüsterte darin und kühlte unsre Haut ..."

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Im Steinklee - Der Wind hat mir ein Kind gemacht / WS 19

Werkstatt XIX


10. Juni 2017


Trauzeugen, 1934

(c) Wojciech Kossak, Polen (1856-1942)

"... andern Orts sieht man sie schlemmen, und erneut die Humpen stemmen. Maid im Arm, die Hand am Mieder, und schon geht es auf und nieder ..." Diesmal ein Tavernenlied der etwas derberen Art. Sein Inhalt muß schließlich zum lateinischen Refrain passen. Eine Übersetzung findet sich bei der Partitur und dem Liedtext. Es handelt von jenen, die viel über die Straßen zogen. Die Wanderburschen für die Burschenschaflter, die Musikanten für die Fahrenden dieser Zunft, die Fahrtgesellen für alle die auf die Walz zogen und natürlich noch die Vaganten jener Tage. Allen gemein war neben dem Reisen auf den Straßen, das Tanzen, Trinken und Singen in den Tavernen der Dörfer und Städte. Und nur über diesen Ort will das Lied erzählen. Es ist wie ein Zug durch die Kneipen vergangener Tage. Und Hauptthema ist dabei natürlich das hemmungslose Trinken und am Rande noch ein paar andere Zügellosigkeiten. "... heute saufen, Lieder singen, morgen sich auf Straßen schwingen. Quidam ludunt, quidam bibunt, quidam indiscrete vivunt ..."

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Wanderburschen,Musikanten - Über alle Breit und Längen/WS 18

Werkstatt XVIII


5. Juni 2017


Am Strand von Mechelinki, 2010

(c) Piotr Olech, Polen

"... und wenn wir kehren einst wieder, blüht schon der Flieder, über dem weißen Strand ..." Vor etlichen Monaten ging mir eine kurze Musikphrase nicht mehr aus dem Kopf, also setzte ich mich hin und es entstand daraus eine komplette Melodie, ohne zu wissen, zu welchem Thema sie denn gedacht sein könnte. Seit diesen Tagen nun versuchte ich mit wechseldem Erfolg einen entsprechenden Text dafür zu finden. Alle Ideen, die ich dazu probiert hatte, blieben letztlich fruchtlos. So erwartete ich auch dieses lange Wochende nicht, einen wirklichen Durchbruch zu erreichen, doch weit gefehlt! Plötzlich nahmen die Verse eine ansprechende Form zu einem Seemannsthema an, daß ich schon vorher vergeblich versucht hatte. Doch nun ist das Lied endlich fertig. Man könnte es sehr leicht als Tango singen, doch ziehe ich, im Gegensatz zu seinem Liedtitel, den klassischen 4/4 Takt vor. Warum? Um kein Tempo in der Melodie zu verlieren, denn das braucht diese Weise ganz besonders. "... so warte auf mich im Hafen, wo wir uns trafen, Mädchen von Helgoland ..."

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Teerjacken-Tango - Oh, schönes Mädchen vom Hafen / WS 18

Werkstatt XVIII


14. Mai 2017


Leben in der Provinz, 2016

(c) Piotr Olech, Polen

"... ein Weinkrug für die Zecher am Tisch ruft uns zur Schlacht. Stoßt an die vollen Becher, heut' wird sie lang, die Nacht ..." Bei diesem Tavernenlied entstandt die Melodie zuerst und der Text folgte hinterdrein. Wer bei ihm gewisse Ähnlichkeiten feststellt, liegt damit genau richtig. Denn "Roter Wein im Becher" stand Pate für die Verse. Ich habe dies ganz bewußt gewählt, ohne aber in eine reine Kopie zu verfallen. Die Melodie zeigte mir einfach den Weg dazu. Ich übernahm die Idee, die hinter den Versen von "Roter Wein im Becher" stecken. Alles beginnt in einer Taverne, dann ziehen die Gesellen durch die Welt und am Ende treffen sie sich wieder. Und wo? Natürlich wieder in einer Taverne. Daß es wieder 6 Strophen wurden, war wirklich reiner Zufall. – Der Refrain des Liedes bietet eine tolle Möglichkeit für eine gut klingende Überstimme. "... sind Brüder uns im Geiste, sind standfest über's Jahr, denn Kameradschaft schweißte zusammen uns als Schar ..."

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Fahrtenbrüder - Ein Weinkrug für die Zecher / WS 18

Werkstatt XVIII


13. Mai 2017


Flußlandschaft, 2010

(c) Piotr Olech, Polen

"... Schwarzamsel im Holunderstrauch, mit deinen süßen Tönen; dir, liebes Vöglein, dank' ich auch ..." Diese schönen Verse von Dahn über die Vergänglichkeit des Sommers, ist bei Felix wirklich ein Glücksfall. Denn fast ausschließlich ist sein Thema die Menschengeschichte und nur recht selten eine Beschreibungen über die Vielfalt der Natur. Nichts gegen historische Themen in einem Gedicht, doch wenn es dann 20 Stropnen oder mehr umfaßt, ist das wahrlich keine Vorlage mehr für ein Lied. Leider mochte es der Dichter anscheinend so am Liebsten, denn seine Verse hatten fast immer eine solche Länge. Er mochte sich nicht kürzer fassen, obwohl das auch zu seinen Fähigkeiten gehörte. Wie ja den meisten mit seinem "Gotenzug", der vielerorten gesungen wird, wohl bekannt sein dürfte. – So freut' Euch über dieses eine feine Gedicht, denn bei anderen seiner Zunft kam gerade der Sommer immer zu kurz. Er war wohl kein gutes Thema wie Frühling und Herbst. "... nie ist der Tod, der Winter weit, mir ist, ich hör' ihn schweben; Herz, grüße jeden Freudenstrahl, als wär dies nun das letzte Mal ..."

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Sommerglanz - Du wunderschöner Sommerglanz / WS 18

Werkstatt XVIII


9. Mai 2017


Katja, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... kleine Mädchen müssen früh ins Bett, doch die Großen feiern bis zum Morgen. Ob sie blond sind, oder auch brünett ..." Dieser Liedtext hat nun garnichts mit dem Alter der Mädchen zu tuen. Sondern es ist meine Umschreibung von zwei typischen Menschentypen. Die einen immer auf Vorsicht und Umsicht bedacht, wären hier wohl die Kleinen Mädchen. Im Gegensatz dazu, die draufgängerischen, immer sorglos in den Tag lebenden, wären im meinem Liede dann die Großen Mädchen. Das ist auch jener Menschentypus, der in unseren Kreise häufiger vertreten ist. Wie erklären sich sonst die vielen Fahrten ins Irgendwo, ohne zu wissen, was da einen wohl erwarten würde. Deshalb also ein Hoch auf all' die Großen Mädchen. "... Freunde, darum laßt die Kleinen stehn, wollt' ihr in der Nacht auch was erleben. Pferde stehlen und durch Kneipen zieh'n ..."

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Mädchen - Kleine Mädchen müssen früh ins Bett / WS 18

Werkstatt XVIII


1. Mai 2017


Der Frühling kommt, 2017

(c) Piotr Olech, Polen

"... laue Luft kommt blau geflossen, Frühling, Frühling soll es sein! Waldwärts Hörnerklang geschossen, mut'ger Augen lichter Schein ..." Es ist kaum zu glauben, wenn man diese Verse von Eichendorff liest, daß sie bereits über 200 Jahre alt sind. So treffend sie damals waren, so treffend sind sie auch noch heute. Die Natur ändert sich nicht so schnell. Ich hatte dieses Gedicht letztes Jahr von einem guten Freund als Frühlingsgruß zugesandt bekommen. Und jetzt kann ich diesen Gruß als Lied zurückgeben. Bis dahin lag es in der Schachtel mit den vielen anderen Versen, die man auch mal vertonen könnte. Gestern war nun der Tag für dieses, denn meine Stimmung verlangte nach etwas Melodiösem. Die klassischen Moll-Lieder der Gruppen waren gestern nicht das rechte Maß zu meinem inneren Klang. Und immer wenn ich auf diese Stimme in mir höre, komme ich dabei zu guten Ergebnissen. Hoffentlich spiegelt die Melodie die Gefühle wider, die man auf Fahrt so erlebt. "... tausend Stimmen lockend schlagen, hoch Aurora flammend weht. Fahre zu! Ich mag nicht fragen, wo die Fahrt zu Ende geht ..."

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Frische Fahrt - Laue Luft kommt blau geflossen / WS 18

Werkstatt XVIII


30. April 2017


Sommer in der Provinz, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... frisch trabt das Roß vor'm Wagen, rastlos, will keine Ruh', wir folgen ohne Klagen, und marschieren immerzu ..." Diese Lied basiert auf Erlebnissen von einer Spielfahrt der Bockreiter Mitte der 80ziger Jahre. Wir waren mit einem einachsigen Pferdefuhrwerk die Mosel entlang untwegs. In den Orten bauten wir dann unsere Bühne auf und zeigten dem Publikum auf den Pläzten unser einstudiertes Laienspiel. Völlig neu für uns war es, mit einem Pferd auf Fahrt zu sein. Einer von uns kannte sich mit Pferden ein wenig aus, doch überraschte uns das Pony, daß den einachsigen des Tags mühelos zog, immer wieder aufs neue. Und Abends schlugen wir an einer passenden Stelle im Wald unser Lager auf. Auf dem einachsigen Wagen war die Bühne verstaut und unsere Rucksäcke eingelagert. Nur so konnten wir mit dem kräftigen Pony Schritt halten. Natürlich galt es immer für genügend Futter und Wasser für unseren fleißigen Begleiter zu sorgen. Doch gab es an der Mosel zum Glück genügend abgelegene, geeignete Plätze dafür.
Mich an diese Erlebnisse erinnernd, begann ich diese Liedzeilen niederzuschreiben. Bei der Melodie hatte ich mich bemüht, etwas vom Klang der Musik in einem Zirkus nachzuahmen. Und trotzdem sollte sie gefällig genug für das Singen in den Gruppen sein. "... wenn die Spielfahrt rollt, dann lacht uns das Glück. Nur immer nach vorn und niemals zurück ..."

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Spielfahrt - Frisch trabt das Roß vor'm Wagen / WS 18

Werkstatt XVIII


17. April 2017


Ulan des ersten Regiments vor zwei Pferden, 1922

(c) Wojciech Kossak, Polen (1856-1942)

"... faß fest dein Roß am Zügel, der Morgen ist erwacht! Stumm hinter jenem Hügel entgleitet schon die Nacht ..." Viele Jahre ist es her, daß ich mich mit den Gedichten von Klabund beschäftigt habe. Dieses textlich sehr untypische Soldatengedicht hat mir dieses Mal am Besten gefallen. Und die dazu kreierte Melodie ist, was dann auch keine Überraschung ist, deshalb keine im Marschrhythmus. Ich habe sie im Gegenteil sehr melodiös angelegt. Sie erlaubt einem, diese auch im 3/4 Takte zu präsentieren. Ihre ganz besondere Stärke liegt aber in der möglichen Überstimme, die man in vielen Schleifen gestalten kann. Also keine Angst vor dem etwas Unüblichen, melodisch enthält sie dazu viele Überraschung bereit. "... noch glühen allenthalben die Rosen rot und tief! Noch flattern hoch die Schwalben, da kein Gewitter rief ..."

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Im Morgenrot - Faß fest dein Roß am Zügel / WS 18

Werkstatt XVIII


16. April 2017


Krakauer Hochzeit, 2013

(c) Piotr Olech, Polen

"... drum bin ich wie der Wind, der droben zieht, bin wie die Welle, die der Hand entflieht ..." Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder einem Gedicht von Börries, Freiherrn von Münchhausen zugewandt. Es ist eines von insgesamt vier Zigeunergedichten aus seiner Feder. Diesmal habe ich ganz bewußt bei der Melodie auf jegliche Ähnlichkeiten mit Zigan-Weisen, die man bei diesem Thema schon erwarten könnte, verzichtet. Im Inhalt erzählen die Verse auch mehr vom Ursprung der Ruhelosigkeit jener Volksgruppe, also ähnlich wie bei uns, dem Ziehen auf endloser Straße. "... die Straße drängt und sehnt sich fort von hier, nur fort, nur fort, nur fort, das gilt auch mir ..."

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Zigeunerlied - Es hat der Sturm geheult die ganze Nacht /WS 18

Werkstatt XVIII


10. April 2017


Traurig, 2010

(c) Piotr Olech, Polen

"... ich bin ein fahrend' Sänger, ein Wandervögelein, auf meiner ganzen Erde muß ich besitzlos sein ..." Die Verse aus »Das Ende vom Lied« sind ein weiteres Beispiel ihrer geliebten Wald-Gedichte. Der Wald, das Lieblingsthema der Dichterin Carmen Sylva, der Wald in dem sie so viel Zeit in ihrer Jugend verbracht hatte. Denn er zog sich nahtlos bis an das Schloß ihrer Eltern heran. Keine Bälle favorisierte sie, nein, ein Gewitter im Walde war mehr nach ihrerm Geschmack. Meine Melodie dazu entstandt während eines Treffens des Überbündischen Singekreises in Frankfurt. Nur, da dachte ich nicht an jenes Gedicht, sondern eher an ein Wanderlied aus eigener Feder. Um so überraschter stellte ich dann zu Hause fest, daß diese Bolero-Melodie exakt auf die Verse von Carmen Sylva paßte. Es ist schon wahrlich erstaunlich, welche Zufälle einem das Leben so spinnt. "... so lang' noch Lieder leben, wie Ozeangetön, wie Waldesblätterrauschen, so lang' ist's Leben schön ..."

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Das Ende vom Lied - So wißt, ich soll Nichts haben / WS 18

Werkstatt XVIII


4. April 2017


Grenzenvoll, 2014

(c) Ulrike Miesen-Schürmann

Diesmal habe ich eine gute Interpretation zu » Roter Wein im Becher « auf der Videoplattform YouTube gefunden, die ich Euch auch nicht vorenthalten möchte. Diese Melodie-Variation stammt aus dem Umfeld des LARP ( Live Action Role Playing ), dort werden die Rollen in Person und Kostüm gespielt. Und was sind Rollenspiele ohne Tavernen und ihre Lieder um das Zechen. Gesungen wird es von Lea Fuchs und die Instrumente spielt Karsten Spiller. Die ersten Lieder aus ihrer Feder sind bereits entstanden und können auf deren Website angehört werden. Vielleicht ist da auch etwas für unsere Gruppen dabei.

Gesangsinterpretation zu Roter Wein im Becher von Lautenfuchs

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Roter Wein im Becher , der beste Rebensaft / Gesang

Gesangsinterpretation vom Duo Lautenfuchs, 2017 auf YouTube


27. Januar 2017


Winter, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... quälen uns die Regenstraßen, ist der Poncho naß und kalt. Um uns treiben klamm die Wrasen auf den Feldern, durch den Wald ..." Derzeit drehen sich viele meiner Gedanken häufig um die Fahrten auf der endlosen Straße. Da ist es auch nicht verwunderlich, daß sich das in neuen Liedern niederschlägt. Diesmal handelt der Text von den Straßen zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten und Witterungslagen. Als Freund des harschen Winters mußte natürlich auch dieses neue Lied mit Schnee und Eis beginnen. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz ziehen wir unvermindert weiter, um erst des Abends ein Nachtlager aufzuschlagen. Und natürlich ruft uns die Straße am nächsten Tag erneut und so ziehen wir dem fernen Ziele unvermindert weiter entgegen. Natürlich nur bis zum Biwak am nächsten Abend. Und so vergehen die Tage, bis man dann irgendwann sein Ziel endlich erreicht haben wird. "... klotzen wir auf Sonnenstraßen ohne Schatten vor dem Glast. All' die Meilen, die wir fraßen, zwingen durstig oft zur Rast ..."

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Bis zum Biwakieren - Folgen wir den Winterstraßen / WS 18

Werkstatt XVIII


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Jürgen Sesselmann (mayer)
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