Göttinger Musenalmanach für 1898

Herausgegeben von Göttinger Studenten

Redaktion - Börries, Freiherr von Münchhausen

 

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signiert Weihnachten 1897 von Hermann Stadte für Dr. Reichhardt

Gedichte, Anthologie


Göttinger Musenalmanach für 1898

Redaktion - Börries, Freiherr von Münchhausen


Vorwort

Der große ideelle und buchhändlerische Erfolg des "Göttinger Musenalmanachs für 1896" hat uns veranlaßt, auch dieses Jahr von unserem Wollen und Können Rehenschaft in einem Sammelbuche abzulegen, – und dies ist das Sammelbuch. *)
Welche Grundsätze bei der Redaktion maßgebend waren? Ich müßte wirklich erst darüber nachdenken, wenn ich sie hier formulieren wollte! Der oberste Grundsatz war, glaub ich das gesunde Gefühl, und wenn dies Gefühl manch einem ein wenig zu jugendlich, zu gährend und stürmisch zu sein scheint, so mag er denken, daß wir Studenten sind. Vor dem "müden Glimmen schwüler Amethysten", vor "sengendem Wein in lallender Welle" und vor "trunken schreienden Rossen" hat es uns aber, Gott sei Dank, bewahrt! Und ebenso vor der nichtssagenden Greisenhaftigkeit, die durch die Seiten des namenreichen "Musenalmanachs Berliner Studenten", der Nachahmung des Göttingers für 1896, wehte.
"Ich meine, Studenten sollen Studentenlieder singen, Lieder, in denen der Geist der Jugend braust, und Klingen blitzen, – es brauchen noch lange keine Kneiplieder zu sein", schrieb mir kürzlich Carl Busse, und er fährt fort und sagt von den Berliner Studenten: "Herrgott, die Kerle sind ja zu alt, um sich mal an einem Mädel oder der wunderschönen, weiten Welt zu begeistern! Sie schauspielern sich in die Rollen der Weltschmerzler hinein und glauben originell zu sein, wenn sie mit düstern Brauen Hamletmonologe halten und den lieben Gott in persönlichen Verruf stecken."
Ich wollte von Grundsätzen sprechen und bin auf die "Berliner" gekommen, – nun, es ist mit dem obenerwähnten, gesunden Gefühl zusammengehalten am Ende auch eine Art Grundsatz!
Auf die geistig Müden und die Leute vom "höchstdifferenzierten Seelenleben" werden die Gedichte geistig Müder und seelisch krankhaft Differenzierter den tiefsten Eindruck machen. Denn jeder Künstler kann nur erwecken, was erst in ihm war, nur die Saiten klingen in seinen Lesern mit, deren Grundton in ihm bebte. Da aber doch die Mehrzahl der Menschen glücklicherweise gesund und frisch ist, so werden wohl auch, des hab ich fröhlich Hoffnung, die Werke frischer und natürlicher Künstler die Leser finden, für die allein sie geschaffen sind.

Göttingen, Juli 1897
Börries, Freiherr von Münchhausen

*) Die Mitarbeiter sind, wie seinerzeit beim Musenalmanach für 1896, ausschließlich Göttinger Studenten. Daneben haben wir auch die Autoren jenes früheren Almanachs wieder zur Mitarbeitenschaft aufgefordert.


aus dem Vorwort des Buches


Umschlag gezeichnet von Georg Lührig (Göttingen).

334 Seiten, gebundene Ausgabe, hellbraunes bedrucktes Leder, Frakur, Format 14,7 x 21,3 cm, 1897 - 1. Auflage, Verlag von Lüder Horstmann, Göttingen



Inhaltsverzeichnis:

Inhalt
Vorwort

Carl von Arnswaldt (Böhme, Hannover) : (verstarb am 26. Oktober 1897 in Berlin plötzlich am Herzschlag)
- Abendruhe
- Auf sonnigen Pfaden
- Ausfälle
– 1. Guter Rat
– 2. Modern
– 3. Der Deutsche
- Der geprellte Tod
- Das Mädchen
- Erkenntnis
- Ewiger Frühling
- Gut gelaunt
- Hinter der Mühle
- Im Badethal
- Innere Kämpfe
- In Stürmen
- In Träumen
- Klare Herbsttage
- Lenzjubel
- Lied der Freude
- Nacht
- Nächtliche Stille
- Ruhesehnen
- Schneesturm
- Schwüle
- Sommerglut
- Stimmen
- Über dem Graben
- Vergebliches Ringen
- Verirrte Seele
- Was liegt daran?
- Wer?

Alfred Böhme (Berlin) :
- Dämmerstunde
- Entdeckung
- Ehrgeiz
- Freude
- Im Sommer
- Lebensfreude
- Maispaziergang
- Sehnsucht

Walther Brecht (Eutin, Oldenburg) :
- Dem Freunde
- In der Fremde
- Unrast

Graf Kuno Hardenberg (Hardenberg, Oldenburg) :
- Des Kärrners Weib (Altfranzösisches Lied)
- Große Wäsche
- Verliebt
- Von den drei Marieen (Altfranzösisches Lied)
- Wach auf! (Altfranzösisches Lied)

Hermann von Hofmann (Lippe-Detmold) :
- Der Pflüger
- In Mittagsgluten
- Seelenfrühling
- Vater und Sohn

Engelbert Frh. von Kerkerink (Borg, Westfalen) :
- Der Erbe (Novelle)
- Die Geschichte von der verwunschenen Prinzessin
- Venetianischer Totentanz

Karl Leibl (Düren, Rheinlande) :
- Das Erbteil (Skizze)
- Der Reichsbierkanal (Satire)
Sprüche:
– 1. Der Tugend Preis
– 2. Reich und arm
– 3. Modernes Dichten

Ödön von Mariassy (Markusfalva, Ungarn) :
- Aphorismen
- November

Carl Mönckeberg (Hamburg) :
- Mittlere Größe, Komödie in fünf Akten
- Morgenritt
- Sei ruhig

Börries, Freiherr von Münchhausen (Apelern, Hannover) :
- Also sprach Jesaia (1897) - Weh dir, du Stadt Jerusalem
- Augen - Schwarze Schwäne ziehen
- Ahasvers Fluch (1897) - Fluch jener Stunde
- Das seidene Haar (1897) - Durch meine Nächte träumt ein Klang
- Das tapfere Herz - Er hat gekämpft vom Morgen zur Nacht
- Der Tod und die Liebe (1895) - Der Tod ging hin durchs blühende Land
- Der Vergeßliche (Humor. Intermezzo)
- Der Wanderer (vor 1897) —> Ich zog durch die Welt - mp3
- Die zersprungene Vase (nach Sully Prudhomme) - Siehst du die Vase
- Du sollst es nicht - Du sollst mir deine Hand so lang nicht geben
- Ein traurig Lied - Ich hör des Abends Weise
- Elegie - Des Meeres lange, grüne Wogen wandern
- Ende vom Lied - Mit einem Male zerstoben
- Glockensummen - Die Glocken klangen, der Tag war grau
- Hohes Spiel - Ich habe gespielt ein tolles Spiel
- Kalter Trost - Nun freue dich, wundes, verwundetes Herz
- Ketten (nach Sully Prudhomme) - Einst wollte das Herz in der Jugend
- Lebenstrost - Sonnen sinken, Sonnen erstehen
- Mutter Maria (1897) - Das letzte Lied verklang vom hohen Chor
- Nach dem ersten Kuß - Noch fühl ich deine schlanken Mädchenglieder
- Regenwetter - Stundenlang ist in die öden Gassen
- Schwarz und blond - Mich haben Augen voll schwazer Nacht
- Schwere und leichte Herzen - Wem ein Gott in der grausamen Stunde
- Stille - Still ist es geworden, friedlich abendstill
- Todesgedanken (1894) - Lag an sonnigem Wiesenhang
Triolette
– 1. Im tiefen Walde - Lang floß durchs grüne Laub hernieder
– 2. Auf der Hochzeitsreise - Ein Paar große Stiefel, ein Paar kleine
– 3. Du weiß es nicht - Du weißt es nicht, was du mir hast gethan
- Vor der Universität - Was stehn die Leute alle stumm
- Weißer Flieder (1897) - Daß war der Tag
- Zur Nacht - Der Regen prasselte an mein Fenster in tiefer Nacht
- Zwischen den Hecken - Zwischen zweien Hecken war der Pfad so schmal

Walther Schücking (Münster, Westfalen) :
- Der Mormonenhäuptling (Erzählung)
- Gedankenspäne
- Meinem Freunde

Hermann Stadte (Gittelde, Braunschweig) :
- Abschied
- Am Rhein (nach Lord Byron)
- Der Gaukler (nach dem Altfranzösischem)
- Die Bank im Walde
- Im Streik
- Mutter, laß mich tanzen
- Nach Feierabend
- Rätsel der Jugend
- Zwiespalt der Wünsche

Adolph Tronnier (Meine, Hannover) :
- Abschied
- Banges Glück
- Morgenglocken
Glossen
– 1. Vor einem Bilde
– 2. Vor einem anderen Bilde
- Sturmlied

Bernard Wieman (Osnabrück, Hannover) :
- An der Gärtnerstraße (Skizze)
- Der Schauspieler (Erzählung)
- Erinnerung an einen alten Freund (Skizze)
- Von der roten Erde (Erzählung in Versen)


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Jürgen Sesselmann (mayer)
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