Tagwerk - Sechster Teil

Die neuen Lieder aus dem Jahre 2015

 


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31. Dezember 2015


Winter am Waldrand, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

Wieder neigt sich ein weiteres Jahr seinem unwiederbringlichen Ende entgegen. Auch in diesem glückten mir viele neue Lieder und Ähnliches wünsche ich mir auch für die kommende Zeit. Meine zwei jungen Hündinen Sue und Selma, der Schrecken der Unterwelt, warten immer noch enttäuscht auf den ersten Schnee und wühlen im Gehege Loch an Loch, doch die Mäuse zeigen schlauerweise nicht einmal ihre Nasenspitzen. Auch den Tieren ist es derzeit viel zu naß, selbst der Falke sitzt einsam auf einem Holzpfahl am Straßenrand. Die neblige Sicht stört sein Kreisen auf lebensnotwendige Beute und überläßt die Jagd notgedrungen den rasenden Autos. – Viele gute Ideen zu neuen Liedern harren in meiner Notizkiste auf ihre glückliche Umsetzung, doch auch diese brauchen dazu eine gute Stimmung und die rechte Zeit. Doch animiert mich dieses trübe Wetter kaum zu Neuem.
Für das kommende Jahr habe ich keine besonderen Wünsche, und lasse die Nornen wie eh und je ihren Schicksalsfaden spinnen. Mal sehen mit was sie mich dann überraschen werden und harre auf das, was da wohl kommen mag. Denn die Zukunft ist genauso unklar und trübe wie dieser falsche Winter.

Und lockt das Ziel auch weit entfernt,
wir folgen doch kühn jeder Fährte,
von Edlem viel dazugelernt.
Die Suche, sie währt, die Suche, sie währt,
die Suche ein Leben lang währte.

In diesem Sinne wünsche ich allen Weggefährten und Gleichgesinnten einen hoffnungsvollen ersten Schritt in ein weiteres Jahr.


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Wo die Blaue Blume blüht - Uns zieht ein Sehnen / CD 13

Bockreiter CD 13 - Uns zieht ein Sehnen (2015)


7. Dezember 2015


Uns zieht ein Sehnen

13. CD der Bockreiter

Die neue Audio-CD der Bockreiter » Uns zieht ein Sehnen « ist nun endlich fertig geworden. Fast ein ganzen Jahr Arbeit steckt in diesem neuen Strauß von 18 Liedern. Es ist eine gute Mischung von alten und neuen Liedern der Nerother. Diesmal steht die Fahrt als Thema im Vordergrund. Musikalisch ist sie deshalb nur auf Fahrteninstrumente beschränkt geblieben. Ebenso sind darum auch die Vor- und Zwischenspiele sehr schlicht und kurz gestaltet, daß auch eine kleine Fahrtengemeinschaft diese problemlos gleichfalls mitspielen kann. Als Hörbeispiel habe ich dazu das Lied » Wir treiben Nachts in spritzend kühlen Wellen « ausgewählt. Der Text stammt von Jürgen Riel und die Melodie ist von Alf Zschiesche.


Lied der Saporogischen Kosaken - Wir treiben Nachts in / CD 13

Bockreiter CD 13 - Uns zieht ein Sehnen (2015)


23. Oktober 2015


Die neue Lehr-CD der Bockreiter » Uns zieht ein Sehnen « macht gute Fortschritte und sollte noch dieses Jahr erscheinen können. Der Singkreis des Ordens hat diesmal eine Mischung mit alten und neuen Liedern der Nerother zusammengestellt und arbeitet derzeit an letzten Aufnahmen der verschiedenen Melodie-Instrumente. Nach Abschluß dieser Einspielungen wartet nur noch das langwierige Abmischen der Lieder auf uns. – Um die Wartezeit bis dahin ein wenig zu verkürzen, steht hier »Bjarnis Lied« Pate für den kommenden Strauß neuer Lieder.


Bjarnis Lied - Westwärts jage stolzes Drachenboot / CD 13

Bockreiter CD 13 - Uns zieht ein Sehnen (2015)


20. Oktober 2015


Wein für Ulan von Mädchen, 1912

(c) Wojciech Kossak, Polen (1856-1942)

"... reicht ein Auge nicht zum Sehen? Und der Himmel gab uns zwei. Item muß ein Kind verstehen, daß Genug zu wenig sei ..." Diesen Versen von Franz, Freiherr von Gaudy, einem zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Dichters des beginnenden 19. Jahrhunderts, galt von Anfang mein Herz, als ich diese zum ersten Mal las. Sein spöttischer Ton im Ungang mit jenen, die um Mäßigung erpicht sind, den "Festbremsen" wie man heute sagen würde, sprach mir wie aus der eigenen Seele. Genießt die schönen Momente des Lebens bedingungslos, und fragt nicht zaudernd was wohl dann noch kommen könnte. Dieser im Jetzt lebende Mensch Gaudy ist mir deshalb sehr sympathisch. Seine Haltung kommt unserer eigenen auch sehr entgegen, keiner fragt was alles geschehen könnte, wenn wir auf Fahrt waghalsige Schritte unternehmen. "... Äpfel, die sich purpurn schminken, fallen doch nicht gleich vom Stiel: Laßt ein Glas zuviel uns trinken und ein Glas mehr als zuviel ..."

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Nimmer genug - Freunde, laßt die Gläser klingeln / WS 18

Werkstatt XVIII


12. Oktober 2015


Sulkowski bei den Pyramiden, 1930

(c) Wojciech Kossak, Polen (1856-1942)

"... trecken wieder auf den langen Straßen, Wolkentürme himmelweit. Unermeßlich, was wir uns ermaßen durch der Welten Herrlichkeit ..." Ab und an entsteht ein Lied bei mir, dem ein anderes als Vorbild zugrunde liegt. So auch in diesem Falle. Ich bemühte mich das Gefühl, das mich beim Singen von "Afrikafahrt" von Hans Poppenreuter überkommt, auch in meiner Melodie zu realisieren. Nun, bei mir entsteht ein ähnliches Empfinden beim Singen, wie bei dem gewählten Vorbild. Ob dies aber auch für andere Sänger zutrifft, können diese nur selber beurteilen. – Ich habe die Weltenfahrer im Tempo recht schnell angelegt, doch läßt es sich auch deutlich langsamer und getragener singen. Wem die Trampeltiere unbekannt sind und vielleicht meint, es wären irgendwelche Fabelwesen. Dem sei versichert, es gibt sie tatsächlich. Es sind Kamele, die in Zentralasien beheimatet sind. "... auch zogen wir, wie die Nomaden frei, auf Trampeltieren bis zur Mandschurei ..."

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Lied der Weltenfahrer - Trecken wieder auf den langen / WS 17

Werkstatt XVII


8. Oktober 2015


Mädchen, 2007

(c) Piotr Olech, Polen

"... und so lang noch unser Tanker, löscht die Ladung, liegt vor Anker, denken auf der Hundewache wir nur noch an eine Sache ..." Solch einer Frau, wie dieser wilden Lilli, die ich für dieses Lied ersonnen habe, würde ich gerne selber einmal begegnen. Es würden bestimmt unterhaltsame Stunden werden. So aber bleibt sie nur jenen Seeleuten überlassen, die Nacht für Nacht in Lillis Bar pilgern, und bestimmt auch noch in deren Träumen rattenscharf weiter herumspukt. Wem der Tango-Rhythmus zu ungewohnt ist, kann das Lied auch ohne jegliche Änderung einfach im 4/4 Takt singen. So also, wie die meisten unserer Lieder rhythmisch gesetzt sind. Also, viel Freude mit der Wilden Lilli. Doch Vorsicht – sie ist ein Teufelsweib. "... Leinen los, zur Wilden Lilli, denn verrückt macht uns ihr Leib. Sie ist rattenscharf wie Chili ..."

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Die Wilde Lilli - Nachts um Ecken Gauner schleichen / WS 17

Werkstatt XVII


16. Juli 2015


Lanzenreiter im Herbst, 1932

(c) Wojciech Kossak, Polen (1856-1942)

"... mit Holdrio durch Busch und Wald, mit Singsang durch Eichen und Buchen ..." Ich kann mir geradezu bildhaft vorstellen, wie dieser Frische Wandergesell durch den Wald tänzelt. Und in selbem Rhythmus sein Schwert schwingend unter den frechen Strolchen aufräumt. Und danach, beflügelt von seinem Erfolg, weiter beschwingt durch Wald und Flur tanzt, und großmäulig weitere Banditen zu einem Tanz mit ihm einlädt. Mir ist dieser Kerl sehr symphatisch, was man bestimmt an meiner gefunden Melodie heraushören kann. Für Freunde der Ballade, dieses Lied trotz der Kürze seiner Verse eignet sich vorzüglich auch für den Einzelvortrag, auch im 3/4 Takt. – Wohlauf ihr Wandergesellen, haut den Schlingeln eins auf die Mütze. Doch leider wagen sich in heutigen Tagen diese kaum noch in die Wälder, vielleicht gerade wegen Kerlen, wie die Figur aus diesem Liede. "... heraus, mein Schwert und haue fest, ein Klingklang in Buchen und Eichen ... wer will, der kanns wieder versuchen ..."

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Frischer Wandergesell - Mit Holdrio durch Busch und / WS 17

Werkstatt XVII


14. Juli 2015


Landschaft mit Zaun, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... eisige Steige, ein Kriechen auf Knien, dann noch ein Wetterschlag dröhnt. Seile zerschlissen, verschneiter Kamin ..." Dieses Lied zeichnet das Empfinden von uns Gesellen der Landstraße nach. So ist gerade der gewählte 3/4 Takt der Melodie bezeichnet dafür, was wir über all die Hemmnisse und Mißgeschicke einer Fahrt denken. Nach dem obligatorischen Fluch über dieses Pech tanzen wir einfach weiter durch das erwählte Leben. Und keine Unbill wird in der Lage sein uns jemals daran zu hindern. Kein Tiefschlag auf einem Tippel vermag uns zu belehren, das nächste Mal nicht wieder zu einem weiteren anzutreten. Deshalb führt Euer Leben genauso fort wie ehedem. "... ja, was kann dann uns noch schrecken ... für die, die ins Fremde trecken ... für so Lumpen, so wie wir ..."

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So Lumpen, wie wir - Strömender Regen, die Pfade 3/4 / WS 17

Werkstatt XVII


23. Juni 2015


Offizier und Trommler in der Schlacht von Grochow, 1907

(c) Wojciech Kossak, Polen (1856-1942)

"... lustig fort von Ort zu Ort habt ihr uns geblasen. Trommelschlag, Hörnerklang, klingt auf allen Straßen ..." Das Gedicht "Marschlied" stammt aus dem Nachlaß von Detlev von Liliencron und wurde erst nach seinem Tode 1909 veröffentlicht. Im Gegensatz zu seinen vielen bekannteren Gedichte um das Soldatentum, er selbst stand nur einige Jahre im Militärdienst, erzählen diese Verse, anders als ihr Titel vermuten ließe, mehr von den angenehmen Momenten im Leben als Soldat. Diesem Klang seiner Worte nach habe ich mich bemüht eine dementsprechende Melodie zu finden. "... Mondes Licht, blauer Duft, und versteckte Lauben. Nachtigall, Nußbaumstrauch; Liebe läßt sich rauben ..." Mit einer Vielzahl von kurz angerissenen Bildern umschreibt er mit einem Augenzwickern dieses Leben unter der Fahne, und schließt wehmütig mit den Worten: "... weit, ach weit, weltenweit hör ich es noch klingen: Kalbfell dröhnt, Flöte gellt, und Soldaten singen ..."

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Marschlied - Lustig fort von Ort zu Ort / WS 17

Werkstatt XVII


21. Juni 2015


Eine Wirtshausszene, um 1620

(c) Adriaen Brouwer, Flamen (1605-1638)

"... kleben an den Straßenrändern, das ist ein verwünschter Ort. Fette Wagen, alles Blender ... " Bei diesem Tavernenlied hielt ich mich ans Altbewährte. Sowohl im Liedtext als auch in der Melodie sind keine Überraschungen zu erwarten. Man trifft sich in einer Kneipe und feiert. Am nächsten Tag beginnt die Fahrt und einige ärgerlichen Erlebnisse versalzen einem den guten Tag. Am Ende der Fahrt trifft man sich dann wo, natürlich wieder in einer Taverne. Dann lacht man über das Erlebte und verabredet sich zur nächsten Fahrt, wohin auch immer. "... falla diri, diri dei, wie das Los auch für uns sei, falla diri, diri dei, das ist uns doch einerlei ..."

Dieses schöne Ölgemälde einer Wirtshausszene stammt von dem flämischen Maler Adriaen Brouwer (1605-1638).


Jacke wie Hose - Wieder in den Kneipen hängen / WS 17

Werkstatt XVII


20. Juni 2015


Mädchen mit Tulpen, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... und wohin, rastlose Wolken, wohin treibt euch nur der Wind? Er weht in die blauen Fernen ..." Nur selten setzt sich bei mir ein Liedtext so fort, wie ich es eigentlich geplant hatte. Meisten entwicklen die Verse ein mysteriöses Eigenleben und führen mich in ganz andere Gefilde. So auch wieder bei diesem Liede geschehen. Mein Ziel war eigentlich eine Naturbeschreibung, die ich mit den ziehenden Wolken beginnen wollte. Doch ehe ich mich versah, war ich mitten in einem Fahrtenlied. In dem ein Fragender von den Wolken wissen will, wo sie eigentlich hinziehen. Da mir diese Frage und Antwort Variante in einem Lied gut gefiel, spann ich diesen Faden fort. In der Melodie sind konsequenter Weise für die Frage, wie für die Antwort, ein eigenes Musikthema von mir verwandt worden. "... nehmt auch uns mit in die Breiten, in die Breiten wo das Glück euch sonnt, hin zum fernen Horizont ..."

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Hin zum Horizont - Und wohin, rastlose Wolken / WS 18

Werkstatt XVIII


7. Juni 2015


Herbst im Wald 1, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... die Flamme sinkt, der Wein ward schal, ohn’ Wehmut auf ein nächstes Mal ..." Nicht immer vermag ich mich beim Komponieren entsprechend zurückzuhalten und dann entsteht ein Lied wie dieses. Im Gegensatz zum schlichten Liedtext ging ich bei der Melodie dieses Mal nicht die ausgetreten Pfade der uns gewohnten Tonabfolgen. Außerdem legte ich besonderen Wert auf einen interessanten Rhythmus für das Lied. Zusätzlich enthält die Melodie eine Mehrzahl an klangvollen Disharmonien, was die schlichte Fahrtengruppe womöglich eher überfordern könnte. Sonst vereinfache ich das Lied entsprechend, aber diesmal tat ich es nicht. Doch mit ein bißchen Übung sollte man auch dieses Lied meistern können. "... drum singt sie stolz, die eig’nen Lieder, was heute ist, kommt so nicht wieder ..."

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Im Feuerkreis - Verschworen hockt, wenn's dämmert leis /WS 18

Werkstatt XVIII


2. Juni 2015


November, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... stoßt an die Krüge, auf gutes Gelingen, wohin die nächste der Fahrten auch führt ..." Eigentlich plante ich, mal wieder ein schönes Lied zum Feiern zu schreiben, aber die Dinge verändern sich manchmal während des Textschreibens. So wandelte sich mein gewünschtes Tavernenlied zu etwas Ernsthafteren, nennen wir es mal zu einem "Sinnlied". Wie sehen und verstehen wir uns selber in den Gruppen, welche Inhalte haben bei uns Gewicht und sind untrennbar mit unserem Selbstverständnis verbunden? – Als kleines musikalisches Novum für Lieder unserer Art, setzte ich den Abschluß unaufgelöst an, heißt das Lied endet mit einem H7 Akkord und wirkt ähnlich wie ein Fragezeichen auf das Kommende. "... auf uns're Träume, die nicht zu bezwingen, sind unser Garant, sind uns're Natur ..."

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Was für uns zählt - Stoßt an die Krüge,lasset uns singen/ WS 17

Werkstatt XVII


29. Mai 2015


Brautwerbung, 1927

(c) Wojciech Kossak, Polen (1856-1942)

"... Kleine, laß im Glück uns prassen, eile dich, ich warte hier ... Süßes Mädchen, komm zu mir ..." Der Liedtext entstand nach dem Gedicht »Liebeslied« von Detlev von Liliencron, daß ich diesmal aber leider nicht für eine Vertonung verwenden wollte. Sein Inhalt war etwas zu mager für ein schönes Lied. Es wirkte so, als bettle der Mann geradezu darum, daß das "Süße Mädchen" doch zu ihm kommen möge. Doch gefiel mir aber gerade diese eine Zeile "Süßes Mädchen, komm zu mir" so aussprechend gut, daß ich diese aus seinem Gedicht übernahm und neue Verse dazu schrieb. "... richte du den Streit, mein Wanken, sorg’ dich um den Liebeskranken ... Süßes Mädchen, komm zu mir ..."

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Liebeslied - Kleine, laß im Glück uns prassen / WS 17

Werkstatt XVII


6. April 2015


Seit meinen letzten Werkstattaufnahmen sind fast 9 Monate verstrichen. Viel zu viel Zeit, wie ich denke und dementsprechend hatten sich etliche neue Lieder angesammelt, die auf eine neue Werkstatt-CD aufgenommen werden mußten. So war diesmal der Aufnahmetag auch für mich recht anstrengend, besonders da eine hartnäckige Heiserkeit meinen Gesang behinderte. Doch zum Erlernen eines Liedes werden die Hörproben bestimmt genügen. Vermittelt doch erst das gesungene Beispiel den rechten Eindruck zu einem Liede. Somit viel Freude beim Auswählen aus dem bunten Strauß von 21 neuen Liedern.


—> Archiv der Werkstattaufnahmen

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Große Fahrt - Morgens dann im Hafen lag das Schiff / WS 16

Werkstatt XVI


29. März 2015


Bei Sonnenaufgang, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... die Hoffnung, eine arge Dirne, verbuhlte mir den Augenblick, bestahl mit frecher Lügenstirne, tandera deidara, tandera deidara ..." Eigentlich hatte Nikolaus Lenau dieses Verse genauso melancholisch entworfen, wie sehr viele seiner Gedichte. Doch fand ich, daß seine Worte hier eine gehörige Portion Humor in sich tragen. Und da bei unserer Lebenshaltung ein Glas immer halb voll, und niemals halb leer ist, habe ich dementsprechend auch die Melodie dazu entworfen. Singen soll uns Freude bereiten und nicht ins Düstere ziehen. "... nicht mehr zum Luftschloß umgelogen, scheint mir die Erde, was sie ist: Ein schwankes Zelt, das wir bezogen, tandera deidara, tandera deidara ..."

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Unmut - Die Hoffnung, eine arge Dirne, verbuhlte mir / WS 16

Werkstatt XVI


21. März 2015


Barka zaglowa w porcie, 1918

(c) Michal Wywiorski, Polen

"... morgens dann im Hafen lag das Schiff am Kai, viele schöne Mädchen gingen da vorbei ... weit weg über Süd ..." Etliche Melodieentwürfe hatte ich zu diesem Gedicht von Hans Leip bereits hinter mir, doch war ich mit allen einfach nicht wirklich zufrieden. Daß es am Ende eine jazzige Blues-Fassung zu diesen Versen sein sollte, wer wäre schon darauf gekommen? Ich jedenfalls nicht, umso mehr war ich überrascht, wie vorzüglich dieser Rhytmus zu allem paßte. Damit diese Melodie zur Geltung kommen kann, muß man sich beim Singen nur Zeit nehmen – sprich alles schön langsam vortragen. Bei der Akkordbegleitung gibt es einige kleine Disharmonien zur Melodie, diese sind so gewollt! "... was wir dann auch sehen von der weiten Welt, etwas bleibt doch immer, das uns mehr gefällt ... weit weg über Nord ..."

Dieses schöne Ölgemälde "Lastkahn im Hafen" stammt von dem polnischen Maler Michał Wywiórski (Gorstkin) (1861-1926).


Große Fahrt - Morgens dann im Hafen lag das Schiff / CD 13

Bockreiter CD 13 - Uns zieht ein Sehnen (2015)


16. März 2015


Winterlandschaft 2, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... laßt die Sehnsucht wieder führen, Wolken die Begleiter sein. Herz’ dein Mädchen ..." Nach den vielen Vertonungen der letzten Monate sollte es mal wieder ein Lied nur aus eigener Feder werden. Ein einfaches Fahrtenlied hatte ich mir dafür vorgestellt. Da sich die Weise aber zwischen Dur und Moll hin und her bewegt, fiel die Melodie dann doch etwas komplexer aus als bei Wanderliedern üblich. Aber von mir ist man inzwischen solche Melodien bereits gewohnt. Das Lied kann recht flott gesungen werden. In diesem Falle solltet ihr das in der Partitur aufgezeigte Zwischenspiel, nur ein paar Akkorde, verwenden, um zum Strophenanfang hin wieder langsamer beginnen zu können. "... hör’ die Ferne, wie sie klingt, wie sie lockt und ruft und winkt alle Tage süß und hell. Jetzo folg’ dem Ruf, Gesell ..."

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Ruf der Ferne - Laßt die Sehnsucht wieder führen / WS 16

Werkstatt XVI


14. März 2015


Legionär bewacht russische Gefangene 1, 1916

(c) Wojciech Kossak, Polen (1856-1942)

"... wenig Schlaf auf hartem Kissen, Wasser nur auf karge Bissen. Über Hecken, Bach und Graben, schreiten und trippeln, schwenken und traben ..." Ob die Lenau'schen Versen auf eigenen Erfahrungen fußen, entzieht sich meiner eigenen Kenntnis. Zumindest war des Soldatenleben in jener Zeit ein recht hartes und die Ausbildung basierte doch mehr auf Traditionen denn klugen Entscheidungen. Bekannt ist, daß Lenau dem Militarismus nicht besonders angetan war, ebenfalls ein Grund seinen Aufenthalt in Amerika bereits nach einem Jahr enttäuscht abzubrechen. "... ohne Lust und Liebe springen, wie des Drillmanns Worte klingen. Über Hecken, Bach und Graben, schreiten und trippeln, schwenken und traben ..."

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Der Rekrut - Wehe, wehe dem Rekruten / WS 16

Werkstatt XVI


10. März 2015


In der Provinz, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... und so, weil ich in dem Drehen da steh' oft wie ein Pasquill, läßt die Welt mich eben stehen, mag sie's halten, wie sie will ..." Das Lebensgefühl, das Eichendorff hier beschreibt, ist mir selbst nicht fremd. Halte ich es damit doch in ähnlicher Weise; kein immer einfacher Weg. So ist es nicht verwunderlich, daß ich mir gerade dieses Gedicht zum Vertonen ausgewählt habe. Eigentlich ist den Gruppen der Freigeist ein sehr hohes Gut und wird untereinander sehr geschätzt. Sich nicht verbiegen zu lassen, ist fast eine Pflicht. "... aber glauben, daß der Plunder eben nicht der Plunder wär' ..." , diese Worte von Eichendorff gebe ich Euch heute mit auf den Weg, wohin er Euch auch führen mag.

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Der Isegrim - Aktenstöße nachts verschlingen / WS 16

Werkstatt XVI


9. März 2015


Birken im Schnee, 2015

(c) Piotr Olech, Polen

"... von der Woge jäh emporgetragen einmal noch, ein letztes, wildes Mal ..." Schon oft lag dieses Gedicht von Manfred Hausmann vor mir. Es begeisterte mich in seiner Klarheit und Kürze. Mit nur wenigen Worten dieses Glücksgefühl während eines Kampfes mit den Urgewalten unseres Planeten zu beschreiben. Wir dagegen bewegen uns eher auf nicht schwankendem Boden, doch sind die Ehrfahrungen ähnliche. So habe ich nun endlich eine Melodie dazu gefunden, die dieser Situation hoffentlich gerecht wird. "... Urgesänge, die ich nie verlerne, zwischen Wolkenfetzen kalte Sterne und die Unaufhaltsamkeit der Nacht ..."

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Einmal noch - Von der Woge jäh emporgetragen / WS 16

Werkstatt XVI


8. März 2015


Gäste kommen, 2013

(c) Piotr Olech, Polen

"... er war nur ein Matrose, rumpumpel ho ahoi. So blau wie seine Hose, hi ha Hose, doch nicht wie blau so treu ..." Diese scheinbaren Kinderliedreime stammen von Hans Leip, der hier mal wieder mit den Worten göttlich spielt. Natürlich bin ich bei der Melodie diesem gefolgt. Das enstandene Lied ist wohl mehr in die Rubrik der lustigen Lieder einzuordnen. Wer also eher tiefsinnige Texte singen möchte, sollte sich mit diesem nicht weiter befassen. All jene aber, die auch spaßige Verse mögen, werden mit dem "Grünen Wagen" sicher ihre Freude haben. "... wir liebten uns in Eile, rumpumpel windewind. Schnurz auf die Langeweile, wi wa weile, viel Kummer und ein Kind ..."

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Der grüne Wagen - Es geht ein grüner Wagen / WS 16

Werkstatt XVI


7. März 2015


Wiekhaus in Neubrandenburg, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... Lieder, die wir hier gesungen, Fragen, die wir hier gefragt, und was innen mitgeklungen ..." Dies ist ein weiteres Gedicht von Manfred Hausmann aus seiner jugendbewegten Zeit. Mir ist bewußt, daß es zu diesen Versen bereits mehrere Vertonungen gibt. Doch hat mir von diesen Melodien keine einzige gefallen. Und damit scheine ich auch nicht allein dazustehen, denn ich höre es fast niemals. Viel zu schade für diese Verse. Hier nun ein weiterer Versuch den Worten wieder Leben einzuhauchen. "... wer wie wir das Glück erfahren, kann nie wieder glücklos sein ..."

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Ausklang - Wie hat uns die Burg verbunden / WS 16

Werkstatt XVI


2. März 2015


Feldküche bei Beresina, 1896

(c) Wojciech Kossak, Polen (1856-1942)

"... wie sind wir heut’ vom Branntwein so betrunken, die Becher werden uns heut’ auch nicht leer ..." Mit diesen Worten beginnt schorse (Georg Zierenberg) den Refrain seines Liedes »Soldatenleben«. Da seine eigene Vertonung im Zuge der Zeit verschollen ging, entschloß ich mich, mich mit einer eigenen daran zu versuchen. Erwähnt werden sollte aber auch, daß Hubertus Schendel, Herausgeber des Liederbuches von Zierenberg, bereits 2013 eine Melodie dazu komponiert hat. So bleiben Euch eben zwei Weisen zur Auswahl. Inhaltlich beschreiben die Verse eine Zusammenkunft alter Freunde während des Krieges, die ausschweifend feiern, als sei es das letzte Mal. Denn keiner weiß, ob sie sich beim nächsten Male erneut sehen werden "... vielleicht sind wir schon morgen tot ...". Das Treffen fand mit Sicherheit in der Kneipe vorm Moor statt, denn dort wurde ausnehmend gezecht, gesungen und gelacht. Nicht ohne Grund nannten sie sich selber die Schluckspechte . "... denn wer dann in den Saufrausch ist gesunken, verdammisch, der denkt an den Tod nicht mehr ..."

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Soldatenleben - Soldatenleben, das ist ein Wandern / WS 16

Werkstatt XVI


27. Februar 2015


Feiert das Fest! Kameraden - 2014

(c) Georg Zierenberg

Ende 2014 erhielt ich das Liederbuch » Feiert das Fest! Kameraden - Lieder von Georg Zierenberg « , ein Geschenk von Hubertus Schendel, das er im Selbstverlag herausgebracht hatte. Es enthält alle Lieder von schorse ( Georg Zierenberg , 1911 - 1963 ), selbst jene, deren Melodien als verschollen gelten. Zu diesen Versen wurden neue Melodien geschrieben. Alle 41 Lieder mit Noten und Text sind durch Photographien aus den Tagen der einzelnen Verse interessant illustriert. Man kann dieses Liederbuch direkt bei Hubertus über seinen Shop beziehen. Bei der Beschreibung des Liederbuches habe ich den Verweis direkt zu seinem Shop und jenem Buch gelegt. – Einige besonders bekannte Lieder von schorse sind unter schorse's Lieder aufgelistet.

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>>> Biographie : Georg Zierenberg


zum Liederbuch von schorse - Feiert das Fest! Kameraden

Die Kneipe vorm Moor - Kameraden, wann sehen wir uns / CD 12

Bockreiter CD 12 - Die Klampfen erklingen (2012)


14. Februar 2015


Landschaft mit Ruine, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... Brassen ächzen, Blöcke klappern, und der Klüfer steigt und fällt ..." Mit diesen Versen erzählt Manfred Hausmann von einem sehr markanten Ort an der Südwestküste Englands, an dessen Klippen schon so manches Schiff scheiterte, so auch noch in heutigen Tagen. Mir gefielen seine klaren Beschreibungen an Bord eines Segelschiffes, das auf eine lange Fahrt aufbricht und hoffentlich auch Land's End passieren wird. "... hinter uns liegt Welt und Zeit, vor uns regenschwer und brausend steht die große Einsamkeit ..."

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Bei Land's End - Brassen ächzen, Blöcke klappern / Satz

Instrumentalsatz


8. Februar 2015


An der Klippe von Gdynia, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... wenn ich im dunklen Treppenhaus mal eben nach deiner Brosche fühle - o verzeih! Und fühle rechts und fühle links daneben ..." Manfred Hausmanns Verse versetzen mich derzeit in eine recht ausgelassene Stimmung. Ihnen verdanke ich eine Viezahl von ohrwurmartigen Melodien und genieße den Luxus zu einem Gedicht gleich mehre Melodien ausprobieren zu können. So kann ich ein weiteres Seemannslied von Hausmann präsentieren, dem ich eine rosige Zukunft prophezeie. "... wenn ich zu dir, weil du dich sanft erweisest, »Charlottchen« sage und »Min Poppigei«, ich bin ein Seemann, denk dir nichts dabei ..."

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Landgang - Wenn ich den Arm um deine Mitte lege / WS 16

Werkstatt XVI


25. Januar 2015


Beskiden, 2014

(c) Piotr Olech, Polen

"... was wäre das Leben denn ohne den Tod, das Fliegen denn ohne den Sturm ..." Endlich hat meine Schaffenspause ein Ende gefunden! Und ich habe mir dazu ein weiteres Gedicht von Manfred Hausmann zum Vertonen ausgewählt. Man sollte sich nicht von der Länge der einzelnen Strophen abschrecken lassen, ohne Mühen gibt es keinen Preis. Das Lied ist eines von jenen, das gut in jede Feierrunde passen könnte. "... und wenn zur letzten Stunde der Fürst, der Satan heißt, uns unrasierte Hunde in seine Hölle schmeißt ..."

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Segelfliegerlied - Und wenn der Regen dunkel / WS 16

Werkstatt XVI


16. Januar 2015


Sommer, 2013

(c) Piotr Olech, Polen

"... guten Abend, wertes Fräulein. Guten Abend, liebes Kind! Ach, Sie müssen hier ja frieren in dem Regen, in dem Wind ..." Beim erneutem Studium der Gedichtbände von Manfred Hausmann stieß ich unter anderem auch auf dieses schöne Gedicht über die Liebe und Treue der Seeleute. Ich hoffe mit meiner Melodie den Geist der Worte gut getroffen zu haben. "... komm doch morgen Abend wieder, morgen trifft sich’s wunderbar. Und dann führ ich dich zum Tanze mit dem schönen, blonden Haar ..."

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Seemannsliebe - Über Bremen fiel ein Regen / CD 13

Bockreiter CD 13 - Uns zieht ein Sehnen (2015)


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