Berliner Tageblatt


Klabund ist ein starkes Talent. Sein Gedichtband zeigt ihn als einen jungen Mann, auf den alle Ströme des Lebens voll eindringen. Ihm begegnen dann Stoffe, die manche mit dem dummen Sammelwort "pikant" bezeichnen mögen. Klabund aber tritt ihnen mit freier Ehrlichkeit entgegen. Er reinigt sie bald mit einem sehr übermütigem Humor, bald mit einem Ernst, wie er nur aus sittlicher Strenge entspringen kann. Neben Schroffheiten finden sich, oft in diese eng verwebt, Stellen von hoher Innigkeit. Klabund schreibt auch Gedichte wie die Zwölf Zeilen mit der Überschrift "O gib!" – die ganz schlichte und darum ganz edel gewordene Lyrik sind, Musik, noch eje der Tonsetzer sich ihrer bemächtigt hat. — Morgenrot! Klabund! Die Tage dämmern!, 1914

vom Jahr 1913

Berliner Tageblatt

Quelle: aus den Werbeseiten des »Klabund's Karussell«, 1914

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Jürgen Sesselmann (mayer)
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