Der golddurchwirkte Schleier (1983)

Gedichte um Aphrodite und neue Liebesgedichte

von Manfred Hausmann


Gedichte


Der golddurchwirkte Schleier, 1983 - 1.A., Pappe

(c) Manfred Hausmann


Im September 1983 wurde Manfred Hausmann, einer der namhaftesten und, was seltener ist, einer der populärsten deutschen Dichter 85 Jahre alt. Mehr als sechs Jahrzehnte lang hat er Generationenvon Lesern beschenkt mit Romanen, Erzählungen, Schauspielen und Gedichten, welche, allen deprimierenden und negativen Zeichen der Zeit zum Trotz, das Positive, das einer Humanisierung des Menschen Förderliche entgegensetzten. Und auch jetzt, wo es an uns wäre, zu danken und anläßlich der Fülle der von ihm empfangenen Gaben dem Dichter etwas zurückzuerstatten, sind wiederum wir selbst die Beschenkten.
Für eine von Gunter Böhmer bebilderte bibliophileEdition hat Manfred Hausmann dem Thorbecke Verlag zwei seiner schönsten späten Gedichtzyklen anvertraut. Es sind die erotischen Gedichte der Sammlungen »Der golddurchwirkte Schleier«, Gedichte um Aphrodite (die erstmals 1969 im S. Fischer Verlag erschienen sind und schon bald danach vergriffen waren), und der noch unbekannte Zyklus seiner »Altmodischen Liebesgedichte«, die bisher nur einem kleinen Freundeskreis des Dichters zugänglich geworden sind. Beide Sammlungen hat der Autor um etwa zehn neue Arbeiten erweitert.
Ob Manfred Hausmann wie im »Golddurchwirkten Schleier« mit Hilfe der epischen Versform des Distichons auf rhythmische Weise die ganze Vielfalt der sinnlichen Liebe in wechseldem Dialog sowohl aus dem Erleben des Mannes als auch dem der Frau in Worte faßt oder ob er den Zauber der Geschlechterbegegnung wie in den »Altmodischen Liebesgedichten« mit scheinbar altbekannten Reimformen zum Erklingen bringt, immer sind seine Gedichte beseelt von einer Ehrfurcht, die jenseits des Sinnlichen den Sinn und neben dem Körperlichen das Spirituelle zum Vorschein bringt. Es gibt in der zeitgenössischen Literatur, die sich so viel auf ihre Freizügigkeit in der Darstellung des Sexuellen zugute hält, wenige Liebesgedichte, die bei aller Sinnenfreude auf eine so keusche Weise das Übersinnliche ausdrücken, indem sie das Erotische nicht um seiner selbst willen feiern, sondern als Gnade und Fluch, als eine Steigerung der Lebensintensität und Wahrnehmungsfähigkeit durch das Wunder der Liebe.
Mit Gunter Böhmer (von 1960 bis 1976 Professor an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart) konnte einer der bedeutendsten deutschen Maler der Gegenwart zur Illustration dieser zeitlosen Liebesgedichte gewonnen werden. Sein zeichnerisches Einfühlungsvermögen in die schwerelose AlterslyrikManfred Hausmanns bestätigt erneut das kongeniale Verhältnis Gunter Böhmers zur Literatur und Poesie, das ihn zum international bekanntesten zeitgenössischen Illustrator wichtiger Werke nicht allein der deutschen, sondern zugleich der Weltliteraturgemacht hat. Die Zeichnungen von Gunter Böhmer bilden einen eigenständigen Teil des Buches. Sie wollen die dichterische Aussage nicht ›illustrativ‹ wiederholen, sondern gestalten daszwischen den Zeilen Gelesene, Gehörte und Gesehene mit den autonomen Mitteln der Graphik. Der Leser kann die bildnerischen Deutungen als ein Weiterschwingen der Dichtung betrachten oder umgekehrt. Er wird angeregt, mit freien Assoziationen eine eigene Verbindung von Wortsinn, Sprachklang und Bildzeichen zu finden und somit zum Mitspieler zu werden.

aus der Beilage des Buches.



Zeichnungen von Gunter Böhmer

38 farbige Zeichnungen, darunter 5 doppelseitige und 5 ganzseitige sowie 28 Vignetten.

96 Seiten, gebundene Ausgabe - Pappband im Schuber, Großformat 24,3 x 33,5 cm, 1983 — 1. Auflage, Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen



Der Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen legt dieses Werk 1983 in drei Ausgaben vor:

1. In einem Pappband mit farbigem Überzug und Schuber.
ISBN 3-7995-1634-4

2. In einer in Leinen gebundenen, von 1 bis 250 numerierten, von Manfred Hausmann und Gunter Böhmer signierten, einmaligen Auflage.
ISBN 3-7995-1636-0

3. In einer in Leder gebundenen, von Manfred Hausmann und Gunter Böhmer signierten und von I bis XXV numerierten, einmaliegen Auflage, die zusätzlich als Beilagen im Format des Buches ein von dem Dichter mit Hand geschriebenes und signiertes Gedicht und eine farbige, ebenfalls signierte, nur in einem Exemplar existierende Originalzeichnung des Künstlers enthält.
ISBN 3-7995-1635-2




Inhaltsverzeichnis:

Atthis :
- Unter der Platane
- Ratlos
- Die Hand
- Der Duft
- Mondnacht
- Danach
- Schön und wild (N)
- Der Halbgott (N)
- Von Angesicht zu Angesicht
- Allein
- Sagen und Tun
- Das Lämpchen
- Gnade und Fluch
- Schuld

Glauke :
- Erwählung
- Gebet
- Begrüßung
- Der Mund
- Die Waage
- Nie
- Unterricht
- Der Spiegel
- Verwirrung zur Nach (N)
- Angst

Pherenike :
- Verwandlung
- Geflüster
- Der Kuß (N)
- Das Unsagbare (N)
- Weisheit
- Beides
- Vergeblichkeit
- Ekstasis (N)
- Die Grenze (N)
- Noch nicht (N)
- Überwältigung
- Zuflucht
- Doppelte Gnade
- Schlaf
- Neue Schönheit
- Zwischenspiel
- Die Zeichen

Altmodische Liebesgedichte :
- Miteinander
- Fughetta
- Zwei
- Nur
- Wie wir
- Rotdorn
- Hochzeitsnacht
- Glück
- Schweigen
- Fern bellt ein Hund
- Aber
- Bildnis einer Siebzehnjährigen
- Traumkreis
- Einmal noch (zwischen 1969-1975) —> Von der Woge jäh emporgetragen - mp3
- Beinahe nichts
- Wortlos
- Dann wird es kund
- Der Entfernten
- Beim Abschied
- Landschaft
- Das bist du
- Genug
- Verhängnis
- Mascha
- Unter dem Schnee der Zeit
Inhalt
Beilage

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